Schrei-Duell während Trump-Rede: "Sie haben Amerikaner getötet"

Während der Rede zur Lage der Nation von Donald Trump kam es zu Zwischenfällen mit einigen demokratischen Abgeordneten.
US-POLITICS-TRUMP-STATE OF THE UNION

Mit seiner Rede zur Lage der Nation brach Donald Trump wohl einen Rekord – sie war mit knapp zwei Stunden nämlich die längste in der US-Geschichte. Zunächst ließen die Demokraten Trumps harsche Kritik über sich ergehen, etwa seine Behauptung, von ihnen regierte Bundesstaaten seien "korrupt" oder würden Wahlen manipulieren. Doch als er das Thema Einwanderung ansprach, war es mit dem demokratischen Schweigen vorbei.

Besonders laut äußerten die Abgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib ihren Unmut. Als Trump über illegale Einwanderung und eine Betrugsuntersuchung gegen die somalische Gemeinde in Minnesota sprach, verfinsterte sich die Miene Omars, die in Somalia geboren wurde und Minnesota im Repräsentantenhaus vertritt. Die beiden Demokratinnen riefen ihm mehrfach entgegen: "Sie haben Amerikaner getötet!"

"Sie sollten sich schämen" 

Der Präsident setzte jedoch nach: "Mörder, Drogenbosse im ganzen Land. Sie blockieren die Abschiebung dieser Menschen aus unserem Land. Und Sie sollten sich schämen." Omar zeigte mit dem Zeigefinger auf ihn und entgegnete: "Sie sollten sich schämen!" Diese Reaktion veranlasste Trump, seine Angriffe auf die Demokraten weiter zu verschärfen, indem er ihnen Wahlbetrug vorwarf. "Sie haben betrogen, und ihre Politik ist so schlecht, dass sie nur durch Betrug gewählt werden können", sagte er und kassierte Buhrufe aus den Reihen der Demokraten ein. "Diese Leute sind verrückt. Ich sage es Ihnen, sie sind verrückt.“

Der Unmut innerhalb der Partei war bereits im Vorfeld spürbar: Mehr als 20 Abgeordnete und Senatoren blieben der Rede fern. Zudem luden sie mehrere Frauen ein, die dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Missbrauch vorwerfen, um auf Trumps frühere Beziehung zu dem Unternehmer hinzuweisen.

State of the Union address at the U.S. Capitol in Washington D.C.

Green aus Saal eskortiert

Noch bevor der Präsident zu sprechen begann, sorgte der Abgeordnete Al Green für Aufsehen: Der 78-Jährige betrat den Saal mit einem Schild mit der Aufschrift "Schwarze Menschen sind keine Affen" – eine Anspielung darauf, dass Trump auf Truth Social ein Video veröffentlicht hatte, in dem der ehemalige Präsident Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle Obama als Affen dargestellt wurden. Green wurde umgehend aus dem Saal eskortiert.

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