Presidential Election campaign meeting - Emmanuel Macron

© EPA / GUILLAUME HORCAJUELO

Politik Ausland
04/23/2022

Die Rekorde bei französischen Präsidentschaftswahlen

Das beste und das knappste Ergebnis und die Stichwahl-Kandidatur mit der wenigsten Rückendeckung

Der französische Staatschef Emmanuel Macron wurde 2017 zum jüngsten Präsidenten Frankreichs. Sollte er am Sonntag erneut als Sieger aus dem Votum hervorgehen, schafft er zudem etwas, woran so mancher seiner Vorgänger scheiterte: die Wiederwahl. Die französische Präsidentschaftswahl in Rekorden:

Das mit Abstand BESTE ERGEBNIS fuhr 2002 Jacques Chirac ein. Der Politiker der bürgerlichen Rechten kam im zweiten Wahlgang auf 82,21 Prozent der Stimmen. Weder zuvor noch danach kam ein Kandidat auch nur in die Nähe dieses Ergebnisses. Chiracs Widersacher in der Stichwahl war damals der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen, Gründer des Front National (heute: Rassemblement National) und Vater der diesjährigen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen.

Das KNAPPSTE ERGEBNIS erzielte der europäische Vorreiter Valérie Giscard d'Estaing. 1974 kam der Konservative im Duell mit dem Sozialisten François Mitterrand lediglich auf 50,81 Prozent der Stimmen. Sieben Jahre später drehte Mitterrand den Spieß um und besiegte den amtierenden Präsidenten mit 51,76 Prozent. Sowohl 1974 als auch 1981 hatte in der ersten Runde noch der spätere Verlierer die Nase vorne gehabt.

Mit der WENIGSTEN RÜCKENDECKUNG in die zweite Runde ging 1995 Jacques Chirac. Im ersten Wahlgang erhielt er lediglich 15,90 Prozent der Stimmen. Am Ende gewann er dennoch und wurde Präsident. An der ZAHL DER KANDIDATEN in der ersten Runde kann sein schlechtes Abschneiden im ersten Durchgang aber nicht gelegen sein. 1995 traten neun Kandidaten an. Den Rekord gab es 2002 mit 16 Personen, unter denen die französischen Wählerinnen und Wähler aussuchen konnten.

Die WAHLBETEILIGUNG schwankte zwischen den Jahren und Wahlgängen immer wieder hin und her. Den Höchstwert gab es 1974 in der Stichwahl mit 87,33 Prozent. In der ersten Runde beteiligten sich mit 84,75 Prozent 1965 am meisten Wählerinnen und Wähler. Tiefstwerte gab es 1969 mit einer Beteiligung von lediglich 68,85 Prozent im zweiten Durchgang und 2002 mit einer Wahlbeteiligung von 71,6 Prozent in der ersten Wahlrunde.

Die ERSTE FRAU IN DER STICHWAHL um die Präsidentschaft war die Sozialistin Ségolène Royal. 2007 verlor sie gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy. Fünf Jahre später gewann dann ihr Parteikollege und Ex-Partner François Hollande im Duell mit Sarkozy den Élyséepalast für sich.

Kein Rekord, aber bei weitem nicht selbstverständlich wäre eine WIEDERWAHL Macrons. Seit Gründung der fünften Republik 1958 gab es nur drei Präsidenten mit zwei Amtszeiten. Der erste war Charles de Gaulle, der jedoch erst zu seiner zweiten Amtszeit 1969 direkt gewählt wurde. Zwei Mandate erstritten auch der Sozialist François Mitterrand (von 1981 bis 1995 im Amt) und der Konservative Jacques Chirac (1995-2007). Die Konservativen Valérie Giscard d'Estaing und Nicolas Sarkozy scheiterten jeweils mit ihrem zweiten Anlauf auf das Präsidentenamt.

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