© EPA/SASCHA STEINBACH

Politik Ausland
05/06/2021

Deutschland verbietet Islamisten-Verein, der bis 2019 auch Filiale in Innsbruck hatte

Ansaar International soll Geld für Terrorgruppen gesammelt haben.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat den salafistischen Verein Ansaar International und alle Ableger der islamistischen Vereinigung verboten. Wie sein Ministerium mitteilte, wurde das Verbot am frühen Mittwochmorgen mit Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in zehn Bundesländern vollzogen. Insgesamt waren mehr als 1.000 Beamte im Einsatz. 150.000 Euro wurden beschlagnahmt.

Zur Begründung des Verbots erklärte das Innenministerium, die Spendensammlungen von Ansaar seien in der Absicht erfolgt, diese an terroristische Vereinigungen im Ausland weiterzugeben – insbesondere an die Al-Nusra-Front in Syrien, die 2017 in der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) aufgegangen war, an die palästinensische Hamas sowie an Al-Shabaab in Somalia.

Viele Überschneidungen

Das Ministerium ist außerdem der Auffassung, dass die Missionierungsaktivitäten der Gruppe gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstoßen. Kinder aus Deutschland würden in die von Ansaar im Ausland aufgebauten Einrichtungen geschickt, „um dort salafistisch-extremistische Inhalte zu verinnerlichen und zurück nach Deutschland zu tragen“. Personelle Überschneidungen gibt es dem Vernehmen nach zwischen dem Ansaar-Vereinsgeflecht und dem durch Koran-Verteilaktionen bekannt gewordenen Verein „Die Wahre Religion/Lies!“, der 2016 verboten wurde.

"Geldquellen austrocknen"

„Wer den Terror bekämpfen will, muss seine Geldquellen austrocknen“, sagte Seehofer. „Wer angeblich Spenden für einen guten Zweck sammelt, dann aber Terroristen finanziert, kann sich nicht hinter unserem Vereinsrecht verstecken.“ Ansaar International hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf. Bis vor zwei Jahren gab es eine Zweigstelle in Innsbruck.

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