Politik | Ausland
07.04.2018

Deutschland: Fast jeder vierte "Gefährder" beantragte Asyl

Mehr als 1.500 Männer und Frauen werden in Deutschland als gefährlichste Extremisten eingestuft. Ein Viertel von ihnen hat einen Antrag auf Asyl gestellt.

In Berlin ist man alarmiert: Nahezu ein Viertel der gefährlichsten Extremisten in der Bundesrepublik Deutschland sind Asylwerber, berichtet Spiegel Online. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Stephan Thomae, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender.

Die deutschen Kriminalämter stufen demnach rund 1560 Männer und Frauen als " Gefährder" oder "relevante Personen" in der Extremistenszene ein. 362 von ihnen hätten einen Asylantrag gestellt, heißt es weiter. Die hohe Zahl sei auch "auf die Migrationsbewegungen im Kontext des Kriegsgeschehens in Syrien und Irak zurückzuführen", schreibt die Regierung.

Schneller Abschieben

Bund und Länder in Deutschland versuchen - vor allem seit dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 - Abschiebungen schneller durchzuführen. In 13 Fällen wurde eine sofortige Abschiebungsanordnung, zehn davon wurde umgesetzt. Die Länder müssten von diesem Mittel rigider Gebrauch machen, sagt FDP-Politiker Thomae.

Derzeit sind 130 "Gefährder" und "relevante Personen" aus der Extremistenszene laut deutscher Bundesregierung "ausreisepflichtig", weil ihr Asylantrag abgelehnt wurde - sie müssten die Bundesrepublik somit verlassen. Knapp 100 Personen seien dagegen offiziell als Flüchtlinge anerkannt oder hätten Schutzstatus erhalten, schreibt Spiegel Online.