Wahlparty in Orlando

© REUTERS / CARLO ALLEGRI

Politik Ausland
11/07/2018

Demokraten feiern Zugewinne in gespaltenem Land

Republikaner gewannen Senatssitze in Texas und Tennessee - Erstmals ziehen muslimische Frauen in den Kongress ein.

Bei den Kongresswahlen in den USA haben die Republikaner von Pr√§sident Donald Trump ihre Mehrheit im Repr√§sentantenhaus verloren. Sie behalten aber die Kontrolle im Senat, der zweiten Kammer im US-Parlament in Washington. Das meldeten mehrere US-Sender am Dienstagabend √ľbereinstimmend auf Grundlage von ersten Ergebnissen und Hochrechnungen.

Die Demokraten kommen k√ľnftig auf mehr als die H√§lfte der 435 Sitze, meldeten die US-Sender NBC und Fox News am Dienstagabend (Ortszeit). Sollten die Republikaner das Repr√§sentantenhaus verlieren, w√ľrde dies das weitere Regieren Trumps zumindest erschweren.

Da sich die USA √ľber mehrere Zeitzonen erstrecken, ziehen sich die Wahl und die Ausz√§hlung lange hin. Die letzten Wahllokale auf Hawaii schlie√üen erst am Mittwoch um 6 Uhr (MEZ). Bei den Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms, werden alle 435 Sitze im Repr√§sentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben.

Midterm-Wahlen live

  • 11/07/2018, 05:21 AM

    Demokraten erreichen Mehrheit im Repräsentantenhaus

    Guten Morgen aus dem Newsroom. Die Demokraten haben die Mehrheit im Repr√§sentantenhaus sicher, das ist eines der Ergebnisse der Kongresswahlen in USA. Erstmals seit 2010 kontrollieren also nicht mehr die Republikaner die gro√üe Kammer. F√ľr Trump brechen jetzt schwerere Zeiten an, was Gesetzesbeschl√ľsse anbelangt, aber auch die neuen Kontrollm√∂glichkeiten die den Demokraten als Mehrheitspartei zustehen, in den Aussch√ľssen etwa, werden ihm Ungemach bereiten. 

  • 11/07/2018, 05:29 AM

    Senat bleibt republikanisch

    Wie in Prognosen erwartet, bleibt der Senat in der Hand der Republikaner. Zwar ist die Stimmung im Land gegen die Partei Donald Trumps gekippt, aber nicht stark genug um den Startnachteil der Demokraten zu √ľberwinden. Denn bei diesen Wahlen standen mehrheitlich demokratische Sitze zur Wahl - ein Drittel der Senatssitze insgesamt - es gab also wenige M√∂glichkeiten, den Republikanern Sitze abzuluchsen. 

  • 11/07/2018, 05:31 AM

    Trumps erster Tweet

    Der schmerzliche Verlust des Repr√§sentantenhauses hat Donald Trump nicht davon abgehalten, einen Siegestweet abzusetzen, wenn auch einen f√ľr seine Verh√§ltnisse etwas ged√§mpften. 

  • 11/07/2018, 05:36 AM

    Gute Nachrichten f√ľr Mitt Romney

    Der Trump-Kritiker und fr√ľhere republikanische Pr√§sidentschaftskandidat Mitt Romney hat die Senatswahl im US-Bundesstaat Utah gewonnen. Er hat sich erwartungsm√§√üig gegen seine demokratische Gegenkandidatin Jenny Wilson durchgesetzt. Romney hatte 2012 die Pr√§sidentschaftswahl gegen Barack Obama verloren, aber in den vergangenen Monaten gegen Donald Trumo gestemmt. Dieser hatte ihm nach seiner Wahl kurzfristig ein Ministeramt in Aussicht gestellt, ihn dann aber recht √∂ffentlich verschm√§ht. 

  • 11/07/2018, 05:43 AM

    Ted Cruz gewinnt knapp

    Der texanische Senator Ted Cruz ‚Äď bekannt aus den republikanischen Vorwahlen zur Wahl 2016, wo er gegen Donald Trumo verlor ‚Äď hat seinen Senatssitz verteidigt. Sein demokratischer Herausforderer Beto O'Rourke lieferte ihm aber ein knappes Rennen, wie es in der roten Hochburg Texas urspr√ľnglich nicht zu erwarten war. O'Rourke sammelte im Wahlkampf Rekordsummen an Spenden ein und erreichte nationale Aufmerksamkeit. 

  • 11/07/2018, 05:44 AM

    Beto O'Rourke

    Der Herausforderer von Ted Cruz, Beto O'Rourke, ist noch nicht vor die Kameras getreten. 

  • 11/07/2018, 05:50 AM

    Demokraten-Niederlage in North Dakota

    Die Republikaner haben in North Dakota einen Senatssitz hinzugewonnen - und den Demokraten einen weiteren R√ľckschlag verpasst. Der Republikaner Kevin Cramer hat sich bei der Wahl gegen die bisherige demokratische Senatorin Heidi Heitkamp durch. Das ist ein Verlust, mit dem die Demokraten rechnen mussten. Aber weil die diesj√§hrige Wahlkonstellation so viele Senatssitze der Demokraten neu besetzt, und eher wenige der Republikaner, war es ihnen nicht m√∂glich, Verluste wie in North Dakota anderswo auszugleichen.

  • 11/07/2018, 05:58 AM

    J√ľngste Abgeordnete der US-Geschichte

    Die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez (New York) ist mit 29 Jahren die j√ľngste Frau, die jemals in den Kongress gew√§hlt wurde.

  • 11/07/2018, 06:38 AM

    Dollar unter Druck

    Der Dollar ist nach ersten Ergebnissen der US-Kongresswahlen etwas unter Druck geraten. Gemessen zum Euro fiel die US-W√§hrung am Mittwoch im fr√ľhen Handel auf den tiefsten Stand seit rund zwei Wochen. Der Eurokurs zog im Gegenzug zuletzt bis auf 1,1470 Dollar an und kostete damit rund einen halben Cent mehr als noch am Dienstagabend.

    Mit den Gewinnen konnte der Euro zudem seine j√ľngste Erholung fortsetzen und stieg auf den h√∂chsten Stand seit dem 24. Oktober. Ende Oktober war der Euro unter anderem wegen der Schuldenkrise in Italien bis auf etwas √ľber 1,13 Dollar gefallen. (APA)

  • 11/07/2018, 06:41 AM

    Erstmals Ureinwohnerinnen im Kongress

    Zwei Kandidatinnen der demokratischen Partei haben Geschichte geschrieben und sind am Dienstag als erste amerikanische Ureinwohnerinnen in den US-Kongress gewählt worden. Sharice Davids und Deb Haaland gewannen in den US-Bundesstaaten Kansas und New Mexico.

    Die 38-jährige Davids, Anwältin und ehemalige Kampfsportlerin, behauptete sich im Wahlkreis Kansas City gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Kevin Yoder. Die 57-jährige Haaland setzte sich gegen die Republikanerin Janice Arnold-Jones und gegen Lloyd Princeton von der Libertären Partei durch. (APA)

  • 11/07/2018, 07:32 AM

    Wahl dauerte 18 Stunden

    Die letzten Wahllokale haben geschlossen. Noch bis 20.00 Uhr Ortszeit (6.00 MEZ am Mittwoch) konnten die W√§hler im westlich gelegenen US-Bundesstaat Alaska ihre Stimme abgeben. Wegen der vielen Zeitzonen in den USA hatte sich die Wahl √ľber insgesamt 18 Stunden erstreckt.

  • 11/07/2018, 07:33 AM

    "Amerikaner wollen Frieden"

    Die amtierende Fraktionschefin der US-Demokraten, Nancy Pelosi, hat eine sch√§rfere Kontrolle der Regierung von US-Pr√§sident Donald Trump angek√ľndigt. "Es geht heute um mehr als nur Demokraten und Republikaner. Es geht um die Wiederherstellung der verfassungsm√§√üigen Kontrolle." Gleichzeitig versprach sie, dass die Demokraten im neuen Kongress "auf L√∂sungen hinarbeiten werden, die uns zusammenbringen, weil wir alle genug von Spaltung haben". Pelosi, vermutlich die k√ľnftige Vorsitzende des Repr√§sentantenhauses, gab sich am Wahlabend jedoch vers√∂hnlich: "Die Amerikaner wollen Frieden. Sie wollen Ergebnisse."

  • 11/07/2018, 08:47 AM

    "Trump ist der magische Mann"

    Guten Morgen auch von meiner Seite mit einem typischen Trump-Tweet. Der Präsident feiert sich selbst mit einem Zitat eines Autors.

    ‚ÄčTrump ist der magische Mann", hei√üt es darin. Grund: Die Republikaner konnten im Senat ein paar Sitze zulegen. Das sei "nur f√ľnf amtierenden Pr√§sidenten in den letzten 105 Jahren" gelungen, sagt er.

    Zur Relativierung: In dieser Zeit gab es auch nur 17 andere Pr√§sidenten. Der Zugewinn im Senat ist ein echter Erfolg f√ľr die Republikaner. Es war aber zumindest schwierig f√ľr die Republikaner, in diesem Jahr im Senat √ľberhaupt zu verlieren. Von den 35 Staaten, die Senatoren gew√§hlt haben, amtierten bisher nur in neun Republikaner. Die meisten davon gelten als republikanische Hochburgen. 

    Trump und seine Partei haben insgesamt (wie die meisten Pr√§sidenten) bei ihren ersten Midterms eher eine Niederlage eingesteckt - eine schwere im Repr√§sentantenhaus, eine klare auf Gouverneurs- und Bundesstaatsebene.

     

  • 11/07/2018, 09:02 AM

    Drama in Georgia

    Bei den Gouverneurswahlen im Bundestaat Georgia bahnt sich √Ąrger an.

    Der republikanische Amtsinhaber Brian Kemp hat die Wahl zwar vorerst gewonnen. Allerdings gab es in sozialen Medien in der Nacht √ľber Berichte von gravierenden Problemen mit Wahlmaschinen. In manchen Bezirken konnten Menschen offenbar stundenlang nicht w√§hlen. 

    Die demokratische Herausfordererin Stacey Abrams hat gerade angek√ľndigt, dass sie die Niederlage vorerst nicht anerkennt. Sie will, dass jede Stimme gez√§hlt wird.

    Der Unterschied bei den fast 4 Millionen tats√§chlich gez√§hlten Stimmen betr√§gt aber immerhin ungef√§hr 95.000 Stimmen (oder 2,5 Prozentpunkten).

    Kemp hat derzeit 50,8 Prozent der Stimmen. F√§llt er noch unter 50, w√ľrde es eine Stichwahl geben, bei der der Libert√§ren-Kandidat Ted Metz (derzeit 0.9%) nicht mehr antreten d√ľrfte.

  • 11/07/2018, 09:05 AM

    Die aktuelle Karte der Senatsergebnisse 2018

    Montana, Nevada und Arizona haben hier noch recht niedrige Ausz√§hlungsst√§nde, d√ľrften sich aber nicht mehr drehen.

    Die unabhängigen Kandidaten in dieser Übersicht sind Bernie Sanders in Vermont (der Demokratische Präsidentschaftskandidat 2016 ist kein offizielles Mitglied der Partei) und Angus King in Maine (der als moderat gilt und öfter wie die Demokraten abstimmt).

  • 11/07/2018, 09:41 AM

    Der aktuelle Stand bei den Gouverneurswahlen

    Auch hier sind noch nicht alle Ergebnisse in Stein gemeisselt. 

    Eines der neueren Ergebnisse: Der Demokrat Tony Evers setzt sich in Wisconsin gegen den republikanischen Amtsinhaber Scott Walker durch, der acht Jahre im Amt war. 2016 hatte Trump den Staat gewonnen.

  • 11/07/2018, 10:21 AM

    Sechs historische Ergebnisse der Wahl

    In New York ist mit Alexandra Ocasio-Cortez die bisher j√ľngste Frau in den Kongress eingezogen. Sie ist 29.

    Ilhan Omar und Rashida Tlaib aus Minneapolis und Detroit sind nach die ersten muslimischen Frauen im US-Kongress.

    Deb Haaland und Sharice Davids sind die ersten US-Ureinwohnerinnen, die es in den Kongress schaffen.

    All diese Ergebnisse fanden bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus statt.

    Jared Polis ist dar√ľber hinaus der erste offen homosexuelle Gouverneur in den USA. Er gewann in Colorado.

    Alle sechs genannten Politiker sind Demokraten.

  • 11/07/2018, 10:38 AM

    Tote Sieger

    Das Museum der Wahlkuriosit√§ten ist um einen Fall reicher. In Nevada hat Dennis Hof einen Sitz im Unterhaus gewonnen.

    Der fr√ľhere Libert√§re und Trump-Republikaner ist nicht nur ein Bordell-Zuh√§lter und Darsteller in einer Reality-TV-Serie, sondern vor allem auch Mitte Oktober verstorben.

    Neu gewählt wird deshalb nicht. Ein Republikaner erbt seinen Sitz.

  • 11/07/2018, 11:08 AM

    Wie die Demokraten jetzt Trump das Leben schwer machen können

    Kollegin Ulrike Botzenhart hat die realpolitischen Konsequenzen dieser Wahl f√ľr Sie zusammengefasst.

  • 11/07/2018, 11:15 AM

    Es gab auch Volksabstimmungen während dieser Wahl

    In Florida bekommen verurteilte Straft√§ter nach Verb√ľ√üen ihrer Haftstrafe zum Beispiel nun das Wahlrecht zur√ľck. Die W√§hler stimmten am Dienstag mit einer Mehrheit von 64,4 Prozent f√ľr eine entsprechende Gesetzes√§nderung. Demnach m√ľssen Ex-H√§ftlinge ihre Strafen verb√ľ√üt, etwaige Entsch√§digungen gezahlt und ihre Bew√§hrungsauflagen erf√ľllt haben, bevor sie wieder an einer Wahl teilnehmen d√ľrfen.

    Ausgenommen sind verurteilte M√∂rder und Sexualstraft√§ter. Bisher m√ľssen einstige Straft√§ter mindestens f√ľnf Jahre nach dem Ende ihrer Haftzeit warten, bevor sie einen Antrag auf Wahlrecht stellen k√∂nnen. Betroffen davon waren vor allem Afroamerikaner und Latinos, die als im Schnitt √§rmere Bev√∂lkerungsteile √ľberproportional oft in Haft kommen.

    In den USA d√ľrfen sechs Millionen Menschen wegen ihrer Vorstrafen nicht w√§hlen. Die meisten davon leben in Florida.  Durch die √Ąnderung gibt es nun in Florida gesch√§tzt 1,5 Millionen zus√§tzliche W√§hler bei der Pr√§sidentschaftswahl in zwei Jahren. (APA)

Ablehnung des Pr√§sidenten als Motiv

In einer Nachwahlbefragung des Senders CNN erkl√§rten 39 Prozent der Befragten, sie h√§tten gew√§hlt, um ihre Ablehnung des Pr√§sidenten auszudr√ľcken. Nur 26 Prozent sagten, sie wollten Trump mit ihrer Stimme unterst√ľtzen. Eine gro√üe Mehrheit von 77 Prozent findet zudem, dass das Land tiefer gespalten sei als fr√ľher. Nur acht Prozent sehen mehr Einigkeit. Eine Mehrheit der W√§hler von 56 Prozent glaubt, dass sich das Land unter Trump generell in die falsche Richtung entwickelt. Zugleich wird die Wirtschaftslage von rund zwei Dritteln der Befragten als positiv bewertet.

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