Militärchef Bagheri (links) mit Präsident Hassan Rouhani.

© EPA/IRANIAN PRESIDENT OFFICE / HANDOUT

Politik Ausland
03/13/2020

Coronavirus: Iran räumt Straßen und will gesamte Bevölkerung testen

Von dem Virus sind auch mehrere Politiker und hohe Beamte betroffen.

Im Iran, dem Land mit der dritthöchsten Todeszahl in der Coronavirus-Pandemie, will das Militär nach eigenen Angaben nun rigoros durchgreifen. Geschäfte und Straßen des Landes sollten binnen 24 Stunden komplett "geleert" und alle Staatsbürger auf das Virus getestet werden, teilte die Armee am Freitag mit.

"Innerhalb von zehn Tagen wird die gesamte iranische Nation überwacht, sei es aus dem All, über Telefon oder - wenn nötig - persönlich", kündigte Armeechef Mohammed Bagheri an. Diejenigen, bei denen ein Verdacht auf eine Erkrankung bestehe, würde man ermitteln.

Nach China und Italien hauptbetroffen

Die bisher drastischsten Maßnahmen im Iran wurden angeordnet, nachdem das Geistliche Oberhaupt Irans, Ayatollah Ali Chamenei, die Armee damit beauftragt hatte, den Kampf gegen das neuartige Coronavirus aufzunehmen. Das Land ist gemeinsam mit China und Italien am stärksten betroffen. Bisher starben im Iran 514 Menschen an Covid-19. Mehr als 11.300 Infizierte wurden offiziell registriert.

Von dem Virus betroffen sind auch mehrere Politiker und mächtige Beamte in dem 80-Millionen-Einwohner-Land. Einige davon starben auch. Zuletzt wurde bekannt, dass auch bei Chameneis außenpolitischem Berater, Ali Akbar Welajati, der Verdacht auf eine Coronainfektion besteht.

Außergewöhnliche Bitte

In einem außergewöhnlichen Schritt hatte der Iran am Donnerstag den Internationalen Währungsfonds (IWF) um dringende Finanzhilfen angesichts der Pandemie gebeten. Der Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch erklärt, der Iran tue sein Möglichstes, um die Pandemie einzudämmen; dem Land fehle es aber an Mitteln.

Versäumnisse

Die Führung in Teheran hatte laut amerikanischen und deutschen Medien die katastrophale Versorgungslage und die Ausbreitung des Coronavirus wochenlang zu verschleiern versucht. Gerade dies habe die Ausbreitung begünstigt und beschleunigt, berichtete der Spiegel.

"Spiegel"-Artikel vom 26. Februar

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