Chodorkowski: "Putins Einfluss auf Österreich ist riesig"

Chodorkowski: "Putins Einfluss auf Österreich ist riesig"
In weiterem Kriegsverlauf wird Putin über Serbien versuchen, "den Balkan zu destabilisieren", so Kreml-Gegner Chodorkowski.

Dem russischen Kreml-Gegner Michail Chodorkowski zufolge ist der Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Österreich "riesig". Dies könne er auf Basis von Ergebnissen seiner Organisation Dossier Center "mit Sicherheit sagen", sagte Chodorkowski gegenüber dem Standard.

"Bedenkt man die Zahl professioneller Auftragsmörder im 'Schlafmodus', ist es für Putin ungleich leichter, jemanden in Österreich umzubringen als in anderen europäischen Staaten."

"Risiken sind zu hoch"

Daher habe der bulgarische Bellingcat-Journalist Christo Grozev Wien kürzlich wegen Sicherheitsbedenken verlassen, erklärt der in Großbritannien lebende russische Dissident. Grozev habe Österreich "nicht zum Spaß" den Rücken gekehrt: "Sein Leben war in Gefahr".

Trotz aller Vorteile, die gute Beziehungen zum Putin-Regime mit sich bringen, glaubt Chodorkowski aber nicht, dass Österreich große Anstrengungen unternehmen werde, die Beziehungen zu Russland weiterzuentwickeln. Denn: "Die Risiken sind zu hoch", so der Kreml-Kritiker.

Putin unterstützt Radikale

Putin unterstütze "Radikale, egal welcher Natur", sagt Chodorkoski, der am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz aufgetreten ist. Dabei gehe es dem russischen Machthaber um Destabilisierung. Wenn der Ukraine-Krieg weitergehe, werde Putin über Serbien versuchen, "den Balkan zu destabilisieren, um das Leben der Europäer schwieriger zu machen", prognostiziert der Kreml-Kritiker.

Durch die verhängten Sanktionen sei der Einfluss aber geringer geworden, etwa in Deutschland. "Aber Rechtsradikale sind natürliche Partner Putins. Das weiß er. Und weil die Wähler dieser Radikal-Rechten Putin normalerweise unterstützen, verlieren sie nicht mal an Unterstützung, wenn Putin beispielsweise Krieg führt. Das sollte man aufmerksam beobachten", so der Ex-Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos, der nach Kritik an Putin verurteilt wurde und mehrere Jahre in einem Straflager verbrachte.

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