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© REUTERS/Tingshu Wang

Politik Ausland

China plant Steuerreform: Spitzenverdiener sollen "Kuchen teilen"

Man wolle "gemeinsamen Wohlstand" erreichen, nicht aber "die Reichen berauben", beruhigt die Regierung.

10/25/2021, 08:15 AM

Der chinesische Staat will Spitzenverdiener kĂŒnftig stĂ€rker zur Kasse bitten. Die Regierung wolle den "Kuchen teilen", indem es die Einkommen der Spitzenverdiener vernĂŒnftig anpasse und die der unteren Einkommensgruppen erhöhe, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag schrieb. Dazu sollen Änderungen bei der Steuererhebung verstĂ€rkt werden, um die Einnahmen zu erhöhen.

Dies werde auf gezielte Weise erfolgen als Teil der BemĂŒhungen, langfristig "gemeinsamen Wohlstand" zu erreichen, hieß es.

"Olivenförmig"

Das Ziel sei demnach eine "olivenförmige" Verteilungsstruktur bei den Einkommen mit einer großen Mitte und zwei kleinen Enden, so der Bericht. Chinas Steuerpolitik dĂŒrfe jedoch nicht fehlinterpretiert werden als "die Reichen berauben, um den Armen zu helfen", so die Agentur, die eigenen Angaben zufolge die zustĂ€ndigen Abteilungen und maßgeblichen Personen zu den PlĂ€nen befragt hatte.

"Gemeinsamer Wohlstand" ist ein politischer Vorstoß von PrĂ€sident Xi Jinping, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich verringert werden soll. Er hat sich dafĂŒr ausgesprochen, eine Vermögenssteuer "energisch und stetig voranzutreiben".

Im GesprĂ€ch ist auch die EinfĂŒhrung einer Immobiliensteuer. Sie wird als Abschreckung fĂŒr spekulative KĂ€ufe und zur AbkĂŒhlung der Immobilienpreise gesehen, die seit der Privatisierung des Immobilienmarktes in den 1990er Jahren um mehr als 2.000 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Wohneigentum ist fĂŒr viele Chinesen dadurch unerschwinglich geworden.

Am Wochenende hatte ein Gremium des Parlaments bekanntgegeben, dass es in einigen Regionen versuchsweise eine Immobiliensteuer einfĂŒhren wird. "Die AnkĂŒndigung kam frĂŒher als erwartet und bestĂ€tigt unsere seit langem vertretene Ansicht, dass China entschlossen ist, seinen Immobilienmarkt umzugestalten", sagte Ökonomin Betty Wang von ANZ Research.

Eine Steuer dĂŒrfte die Kosten fĂŒr das Halten von Immobilienvermögen erhöhen, was den Kauf bestehender Objekte durch Investoren verlangsamen könnte. Die Aktien chinesischer Immobilienunternehmen fielen zu Wochenbeginn um mehr als drei Prozent.

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