Wegen Epstein-Files: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

Der ehemalige norwegische Außenminister soll Kontakte zum verurteilten Pädokriminellen Epstein gehabt haben. Nach einer Untersuchung tritt Børge Brende nun zurück.
FILES-SWITZERLAND-US-POLITICS-EPSTEIN

Zusammenfassung

  • Børge Brende tritt als Chef des Weltwirtschaftsforums nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Jeffrey Epstein zurück.
  • Der Rücktritt folgt einer unabhängigen Untersuchung, die keine neuen Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergab.
  • Brende hatte laut US-Justizministerium drei Geschäftsessen mit Epstein und kommunizierte per E-Mail und SMS mit ihm.

Nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Eppstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Zu diesem Entschluss sei er nach reiflicher Überlegung gekommen, sagte der ehemalige norwegische Außenminister einer WEF-Mitteilung zufolge. 

Brende begründete den Schritt damit, dass das Forum seine Arbeit ohne Ablenkungen fortsetzen ⁠solle. Zu diesem Entschluss sei er nach reiflicher Überlegung gekommen, sagte der ehemalige norwegische Außenminister der Mitteilung zufolge.

Drei Geschäftsessen mit Epstein

Dem Rücktritt ging eine unabhängige Untersuchung zu den Kontakten Brendes zu Epstein durch externe Anwälte voraus. Diese sei nun abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das ‌bereits Bekannte hinaus ergeben, hieß es in der Mitteilung weiter. ‌ Einer Offenlegung des ‌US-Justizministeriums zufolge hatte der Norweger drei Geschäftsessen mit Epstein und kommunizierte auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär. Über 100 kolportierte Nachrichten belegen laut Tagesanzeiger den engen Kontakt zwischen dem WEF-Präsidenten und dem Sexualstraftäter. 

Weitere Rücktritte in Epstein-Affäre

Brende ist nicht der Erste, der über die Epstein-Affäre stolpert. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt, Thomas Pritzker, seinen Hut genommen. Die norwegische Diplomatin Mona Juul trat von ihrem Posten zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich für ihre früheren Kontakte zu Epstein, und in Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt auf. Epstein hatte über Jahre hinweg ein umfangreiches System zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger betrieben. Er pflegte weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel. 

Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und einen Monat später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, was als Selbstmord eingestuft wurde. Die US-Regierung hat jüngst nach massivem Druck auch aus der Bevölkerung zahlreiche Unterlagen zu dem Fall veröffentlicht, zum Teil geschwärzt

Zwinggi als Interimspräsident

Roche-Vizepräsident Hoffmann und Blackrock-Chef Fink dankten Brende für seine Führung während einer wichtigen Reformphase und das erfolgreiche Jahrestreffen in Davos. Bei Jahrestreffen in dem Schweizer Ort nehmen jeweils Tausende Wirtschaftsführer und Top-Politiker teil. Im Januar 2026 hielt unter anderem US-Präsident Donald Trump eine Rede und traf sich mit einer Reihe von Politikern und Spitzenmanagern. Brende war 2017 zum WEF-Präsidenten ernannt worden. Als Interimspräsidenten bestimmt der Stiftungsrat den gegenwärtigen Managing Director des WEF, Alois Zwinggi. Das Gremium Stiftungsrat werde nun die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einleiten. 

Kommentare