Politik | Ausland
28.11.2018

105 Migranten an US-Grenze kehren freiwillig zurück

Die Menschen wurden in einem Flugzeug der Bundespolizei ausgeflogen. In welche Länder sie gebracht wurden, ist unklar.

Dutzende Migranten aus Mittelamerika haben nach rund zwei Wochen an der US-Grenze freiwillig die Rückreise aus Mexiko in ihre Heimatländer angetreten. Eine Gruppe von 105 Menschen sei in einem Flugzeug der Bundespolizei ausgeflogen worden, teilte die mexikanische Migrationsbehörde in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter mit.

In welche Länder die Migranten gebracht wurden, erklärte die Behörde nicht. Der Großteil der Menschen, die sich in einer sogenannten Migranten-Karawane derzeit in der Grenzstadt Tijuana befinden, stammt aus Honduras.

Pro Tag werden 30 bis 70 Anträge bearbeitet

Die Menschen waren vor gut zwei Wochen an der US-Grenze angekommen. Sie fliehen vor Gewalt und Armut in Honduras, Guatemala und El Salvador und hoffen auf Asyl in den USA. Die Migranten baten die US-Grenzbehörden am Dienstag, mehr Asylanträge pro Tag anzunehmen und zu bearbeiten.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden täglich zwischen 30 und 70 Anträge bearbeitet. Rund 2000 Anträge seien noch unbearbeitet, so Amnesty. Die Wartezeit für die Menschen kann sich auf Monate ausdehnen.

Migranten-Karawane in Tijuana

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Vor rund einem Monat machen sich Migranten aus Mittelamerika auf den Weg Richtung USA. Inzwischen sind Tausende Menschen aus den Karawanen in der Grenzstadt Tijuana (Mexiko) angekommen.

Die Migranten flohen vor der Gewalt durch Gangs und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Region. Die Ankömmlinge sind in verschiedenen Auffanglagern in der ganzen Stadt verteilt.

Dort werden sie erst einmal verweilen müssen.

Während des Marsches gab es von der lokalen Bevölkerung meist Unterstützung. Seit klar ist, dass die Migranten länger in Tijuana bleiben werden, kippt die Stimmung.

Während der Proteste kam es zu Auseinandersetzungen.

Die Stadt an der Grenze ist gespalten. Auf dem Schild steht: "Todos somos migrantes", also: "Wir sind alle Migranten."

Bald kletterten die ersten Migranten aus der Karawane auf die Grenzbefestigung.

Nun befindet sich oben auf dem Zaun auch noch Stacheldraht.

In Tijuana ist die lange Reise der Migranten erst einmal zu Ende, zumindest bis die Menschen ihren Termin für ein Asylverfahren bekommen haben.

Unterdessen verschlechtern sich die Zustände in der größten Migranten-Unterkunft in der Sportanlage " Benito Juarez". Dort sind derzeit rund 5800 Menschen untergebracht. Sie schlafen im Freien. Toiletten und Waschmöglichkeiten sind nicht ausreichend vorhanden. Zudem erreichen weitere Migranten Tijuana.