Warum sinkt jetzt der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU?
Zusammenfassung
- Der Durchschnittspreis für E-Autos in der EU ist erstmals seit 2020 gesunken, vor allem durch mehr erschwingliche Modelle im B-Segment.
- Strengere CO2-Ziele führen dazu, dass Hersteller günstigere E-Autos auf den Markt bringen, um Emissionsvorgaben zu erfüllen.
- Bis 2030 könnte Preisparität mit Verbrennern in allen Segmenten erreicht werden, sofern die EU die Flottengrenzwerte nicht abschwächt.
Laut einer neuen T&E-Analyse ist der Durchschnittspreis für E-Autos in der EU zum ersten Mal seit 2020 gesunken. Der Grund dafür sind die CO2-Ziele für Pkw. Um sie zu erreichen, bringen die Hersteller jetzt mehr erschwinglichere Modelle auf den Markt. Die Analyse zeigt auch, dass alle Hersteller auf dem Weg sind, die Emissionsziele für 2025-2027 zu erreichen. Zudem kann infolge der Ziele für 2030 die Preisparität in allen Fahrzeugsegmenten erreicht werden.
Der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU ist 2025 um 1.800 Euro (-4 Prozent) auf 42.700 Euro gesunken, so T&E.
Der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU ist 2025 um 1.800 Euro (-4 Prozent) auf 42.700 Euro gesunken, so T&E. Der Rückgang ist vor allem auf die Einführung erschwinglicher kleiner E-Modelle im B-Segment zurückzuführen, wo der Durchschnittspreis um 13 Prozent sank. Günstigere Modelle für den Massenmarkt wie der Citroën ë-C3 und der Renault 5 wurden rechtzeitig auf den Markt gebracht, um den Automobilherstellern zu helfen, die ursprünglichen Ziele für 2025 zu erreichen (die inzwischen bis 2027 aufgeschoben wurden).
Verbrenner oder E-Auto: Wie könnte sich der Preis entwickeln?
Der Preisrückgang steht im Gegensatz zum Zeitraum 2020 bis 2024, in dem der durchschnittliche Preis für E-Autos laut Bericht um 5.000 Euro angestiegen war – trotz sinkender Kosten für Batterien und andere Komponenten. Laut T&E hatten es in diesem Zeitraum die schwachen CO2-Ziele den Herstellern ermöglicht, sich auf den Verkauf größerer E-Autos zu konzentrieren.
Renault und Volkswagen liegen zurück
Laut Analyse haben Autohersteller, die die Hälfte des Marktes repräsentieren, das EU-Ziel für 2025–2027 bereits zwei Jahre vor Ablauf der Frist erreicht. Aktuell liegen nur Renault und Volkswagen zurück, werden ihr Ziel aber voraussichtlich bis Ende 2027 erreichen.
Bereits 2024 erreichten E-Autos in den Segmenten D und E Preisparität mit Verbrennern. E-Autos in den Segmenten A, B und C dürften bis 2030 Preisparität mit Verbrennern erreichen, wenn die Kostensenkungen an die Verbraucher:innen weitergegeben werden. Das könnte sich jedoch verzögern, wenn die EU die Flottengrenzwerte für 2030 abschwächt, wie es die Europäische Kommission vorgeschlagen hat. Das würde Herstellern höhere Margen ermöglichen. Ein durchschnittliches E-Auto könnte 2030 um 2.300 Euro teurer sein als unter dem aktuellen Ziel.
Transport and Environment (T&E) ist die Dachorganisation von nichtstaatlichen europäischen Organisationen, die sich für einen nachhaltigen Verkehr einsetzen. T&E besteht seit 1989.
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