Renault 4: Was kann die Neuauflage der französischen Ikone?

Renault 4
Womit uns der elektrische Renault überzeugt und wo es noch Schwächen gibt.

Zusammenfassung

Renault bringt mit dem R4 ein weiteres ikonisches Modell als E-Auto.

Mit größerem Akku gibt es grundsätzlich eine gut nutzbare Reichweite, die aber bei kühlen Temperaturen deutlich weniger wird.

Zu überzeugen weiß der Renault mit dem Laderaumvolumen und praktischen Details (wie dem umklappbaren Beifahrersitz).

Wenn man den großen Akku und eine bessere Ausstattung wählt, ist der R4 kein Sonderangebot mehr.

Mit dem neuen Renault 4 hat Renault nach dem R5 nun also das nächste ikonische Modell aus der Geschichte wiederbelebt. Heuer folgt der Twingo „neu“, dann wird es das aber mit den Retroautos gewesen sein. Zumindest lässt sich das so heraushören, wenn man den Renault-Verantwortlichen zuhört.

Dass die Sache mit den Neuauflagen gut funktionieren kann, zeigt der Renault 5, der zum Car of the Year 2025 gewählt wurde. Der R4 ist – um es in einem Satz zu sagen – die praktische Variante des R5. Und ein praktisches Universaltalent sollte auch schon der Ur-R4 sein, als er 1961 vorgestellt wurde. Ein Auto für alle Fälle und für alle Lebenslagen.

Der R4 von 2025 fährt freilich rein elektrisch und was den Antrieb betrifft, teilt er sich die Technik mit dem R5. Wahlweise hat man einen 40-kWh-Akku in Verbindung mit 90-kW-E-Motor oder einen 52-kWh-Akku mit 110 kW/150-PS-Motor. Für unseren Test hatten wir letzteren zur Verfügung. Und es hat sich gezeigt, dass es bei winterlichen Temperaturen lieber der größere Akku sein sollte. Aber dazu später.

Renault 4

Das Design wirkt freundlich und modern – Retro hin oder her. Wenn man den Ur-R4 vor Augen hat, wird man einräumen, dass Ähnlichkeiten weder zufällig noch unerwünscht sind. Im Vergleich zum R5 gibt es mehr Kofferraumvolumen, 420 mindestens bis 1405 Liter sind schon gute Werte. Was aber wirklich positiv auffällt, ist die tiefe Ladekante. Einen Frunk vorne gibt es übrigens nicht, dafür hat der R4 eine andere praktische Funktion, nämlich eine umklappbare Beifahrersitzlehne.

Renault 4

Innen entspricht der R4 weitgehend dem R5. Das ist kein Fehler, denn schon der R5 hat uns mit dem Styling des Innenraums gut gefallen. Renault hat sich einige nette Details einfallen lassen – unter anderem kann man sich einen Baguette-Halter an der Mittelkonsole einhängen.

Renault 4

Was weniger gefällt, ist die schlechte Auflösung des Kamerabilds der Rückfahrkamera. Wie beim R5 hat man gleich mehrere Bedienelemente rechts neben dem Lenkrad (Fahrstufen, Scheibenwischer, Audio-Satellit), das ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Vor allem, dass es hier keine P-Stellung gibt. Den Audio-Satelliten will man jedenfalls nicht missen, denn die Bedienung funktioniert intuitiv (und man muss auf keinem Touchscreen herumtapsen).

Google an Bord

Stichwort Touchscreen. Mit der Menüführung findet man sich schnell zurecht und auch beim R4 setzt Renault auf Google-Funktionen fürs Infotainment. Und auch ein Avatar, der „Reno“ heißt, huscht mitunter über den Bildschirm.

Renault 4

Mit dem 150-PS-Motor ist der R4 mehr als ausreichend motorisiert. An den Fahrleistungen gibt es jedenfalls nichts auszusetzen und die Kraft setzt auch harmonisch ein. Wenn es rutschig ist und man zu fest aufs Fahrpedal steigt, dann können die Vorderräder auch schon einmal kurz durchdrehen. Sonst fährt der R4 Elektroauto-typisch leise und auch komfortabel. Die Renault-Entwickler haben den R4 etwas komfortabler abgestimmt als den dynamischeren R5 und das erweist sich für das Auto als gerade recht. Der R4 federt brav und die Lenkung vermittelt ausreichend Exaktheit. Was noch gefällt, ist die Feinjustierung der Rekuperation mittels Schaltwippen und auch ein One Pedal Drive ist möglich.

Wie sieht es mit der Reichweite aus? Laut WLTP kommt man auf knapp über 400 km, was grundsätzlich ein Wert ist, mit dem man gut leben kann. Bei winterlichen Temperaturen sinkt die Reichweite aber deutlich. Wenn noch Autobahn dabei ist, können es unter 300 km sein. Die Ladeleistung an einem DC-Lader ist mit 100 kW so, das kann noch als akzeptabel durchgehen. Übrigens bietet Renault einen V2L-Adapter an, um externe Elektrogeräte zu laden.

Preis

Der Renault 4 startet bei knapp unter 30.000 Euro, das ist aber der kleine Akku. Für den 52-kWh-Akku muss man mindestens 32.560 Euro hinlegen und wenn es die umfangreiche Iconic-Ausstattung sein soll, ist man schon bei 36.560 Euro.

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