Nio ET5 Touring: Was kann der chinesische Elektro-Kombi?
Zusammenfassung
Nio startet in Österreich und hat unter anderem den elektrischen Kombi ET5 Touring im Programm.
Der ET5 Touring bietet Allradantrieb und 360 kW Leistung.
Mit großer Batterie (Long Range) kostet der ET5 Touring 69.790 Euro.
Eines gleich vorweg. Den eigentlichen „Gag“ der Autos von Nio, das Wechseln des Akkus in eigenen Wechselstationen, gibt es in Österreich noch nicht. Die Marke ist auch noch ziemlich frisch bei uns. Im Herbst vergangenen Jahres ist man bei uns gestartet, wobei es die ungarische AutoWallis-Gruppe ist, die die chinesische Marke nach Österreich bringt. Das Händlernetz ist noch relativ dünn, aktuell hat man zwei Händler in Österreich (einen in Niederösterreich und einen in Salzburg).
Eines der Fahrzeuge, die man im Sortiment hat, ist der ET5. Den gibt es wahlweise als Limousine oder als Kombi und fährt elektrisch. Wir haben uns für unseren Test den Kombi, bei Nio Touring genannt, angesehen.
Erster Eindruck: Der ET5 Touring ist ein elegantes Auto mit stimmigen Proportionen. 4,79 Meter lang ist der Nio und mit knapp unter 2 Meter überraschend breit – was sich in engen Parkkonfigurationen bemerkbar macht. Dafür gibt es ausreichend Platz, hinten sitzt man bequem und im Kofferraum gibt es genug Stauraum. Durch Umklappen der Rücksitze kommt man auf bis zu 1300 Liter. Und wenn wir schon bei den praktischen Eigenschaften sind – ziehen darf der ET5 bis zu 1400 kg.
Innen wirkt der Nio von den Materialien her hochwertig, alles greift sich gut an. Natürlich folgt man der chinesischen Vorliebe in Sachen Bedienung und das bedeutet, dass viel über den Touchscreen gesteuert wird. Die Logik der Menüs und Untermenüs ist aber gut durchschaubar.
Wenn man nicht Herumtapsen will, kann man dem Sprachassistenten etwas anschaffen und hier wird’s lustig, denn der Nio hat einen Avatar, der auch eine gewisse Mimik drauf hat. Nomi heißt der Geselle und die Kommunikation funktioniert grundsätzlich gut. Radio, Klima, Navigation, Öffnen der Ladeklappe oder auch das Abdunkeln des Panoramaglasdachs kann man Nomi anschaffen. Mitunter spricht Nomi auch Warnungen aus und wenn man nicht weiß, was gemeint ist und eine Wiederholung einfordert, kann sich auch Nomi nicht mehr erinnern was er/sie gerade gesagt hat. Soll vorkommen.
Was uns noch als positiv aufgefallen ist, ist das nicht allzu scharfe Maßregeln durch die Assistenten (wie es sonst oft in anderen China-Autos vorkommt) – wie durch den Spurhalteassistenten oder den Aufmerksamkeitsassistenten.
Wie fährt sich der ET5? Grundsätzlich komfortabel und man unternimmt gern längere Ausfahrten mit dem Nio. Die Lenkung vermittelt ausreichend Exaktheit und das Fahrwerk poltert nur bei kurzen Stößen etwas merklicher. Dank zwei Elektromotoren fährt der ET5 mit Allradantrieb und die Systemleistung beträgt 360 kW. Wenn man die volle Leistung in Beschleunigung umsetzen will, muss man in den Sport+ Modus wechseln und dann sprintet der Nio in 4 Sekunden auf 100 km/h. Sonst ist man im Komfort-Modus aber wunderbar aufgehoben und wenn es darauf ankommt, hat der Nio auch Modi für Schnee, Sand, Nässe etc.
Der Akku in unserem Testauto war die Long Range Version mit 90 kWh netto und damit ist für eine mehr als brauchbare Reichweite gesorgt. 560 km laut WLTP geben die Chinesen an, im winterlichen Test waren es freilich eher 400. Nachladen kann man an einem DC-Lader mit bis zu 180 kW. Alternativ dazu gäbe es einen kleineren Akku mit 75 kWh.
Mit einem Preis von 69.790 Euro ist der ET5 Touring Long Range freilich kein Sonderangebot. Die Ausstattung ist dabei aber mehr als komplett. Nur Dinge wie das Komfortpaket oder das Glasdach sind extra zu ordern. Und wenn man Nomi ins Gesicht sehen will, kostet das 690 Euro extra.
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