Tesla: Warum Elon Musk jetzt überlegt, seine Autos in Italien zu bauen

Tesla: Warum Elon Musk jetzt überlegt, seine Autos in Italien zu bauen
Deutschland scheint kein gutes Pflaster für Tesla. Kommt der beliebte Stromer bald aus Italien?

Deutschland hat auto-wirtschaftlich bessere Zeiten gesehen. VW hatte zwar Anfang des Jahres gute Nachtichten - Volkswagen ist vergangenes Jahr auf dem deutschen E-Automarkt an Tesla vorbeigezogen. 

Aber nun kommen Tesla-technisch wieder schlechte Nachrichten aus Deutschland: Denn es gab ein "Nein" bei einer Bürgerbefragung zu Erweiterungsplänen des Elektro-Autobauers Tesla in der Nähe von Berlin.

Italien wieder freut dieser Entscheid.

Denn Tesla zählt zu den Autobauern, mit denen Italiens Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Gespräche führt, um die Autoproduktion in Italien anzukurbeln. "Wir haben Gespräche mit Herstellern aus mehreren Ländern geführt, nicht nur aus Asien, sondern auch aus dem Westen", so Industrieminister Alfonso Urso vor dem Industrieausschuss der Abgeordnetenkammer, nachdem der chinesische E-Autohersteller BYD Interesse an der Produktion von Fahrzeugen in Italien bekundet hat.

Italien statt Deutschland


"Eine deutsche Stadt hat einen Plan für die groß angelegte Erweiterung des europäischen Montagewerks von Tesla abgelehnt. Das wird mit Sicherheit zu einer Entscheidung des Konzerns führen", sagte der Minister und bezog sich dabei auf Brandenburg.
In Bezug auf Tesla würden die Gespräche "seit Monaten" laufen. Die Antworten des Unternehmens von Elon Musk seien bisher "sehr positiv" gewesen, wobei er jedoch betonte, dass es sich um "einen Prozess handelt, der Vorsicht erfordert", erklärte der Minister laut Medienangaben.

"Die interessierten Hersteller sind Autofirmen, die derzeit nicht in Europa produzieren, aber unseren Markt mit Interesse betrachten und sich bewusst sind, dass wir den Binnenmarkt mit handelspolitischen Maßnahmen, wie es die USA tun, und mit industriellen Maßnahmen vor der Konkurrenz schützen müssen", so der Minister.

Noch ist nichts fix

Der Vorstandsvorsitzende des Autobauers Stellantis, Carlos Tavares, sagte kürzlich, er könne die Zukunft seiner italienischen Werke nicht sichern, wenn Stellantis vom italienischen Staat keine größeren Anreize für die Herstellung von Elektroautos erhalte. Daraufhin hatte Premierminister Meloni erwidert, dass ihre Regierung zwar den Erwerb umweltfreundlicher Fahrzeuge mit Anreizen fördere, sie könnte jedoch nicht einen einzelnen Autobauer fördern, da dies vom EU-Recht verboten sei.
Stellantis-Vorstandsvorsitzender John Elkann versicherte daraufhin bei Treffen mit Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti, Staatspräsident Sergio Mattarella und dem Gouverneur der italienischen Zentralbank, Fabio Panetta, sein Engagement für die italienischen Werke. Stellantis ist 2021 aus der Fusion des italo-amerikanischen Konzerns FCA und des französischen Autobauers Peugeot hervorgegangen.
 

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