Kfz-Umfrage: Das Auto wird wieder wichtiger, vor allem bei den Jungen
In Georgia hat sich ein tragischer Unfall ereignet, als ein 21-jähriger Mann von seinem eigenen Truck überrollt wurde. (Symbolbild)
Zusammenfassung
• Der Stellenwert des Autos bei Jüngeren steigt
• Das E-Auto kämpft weiterhin um seinen Stellenwert
• 83 Prozent fahren nicht mehr als 50 km täglich
• Acht von zehn Österreichern sehen sich als (sehr) gute Autofahrer
• Die Einführung der digitalen Vignette polarisiert
• Nur ein Fünftel fährt auf der Autobahn schneller als erlaubt – Gen Y drückt aufs Tempo
• 60 Prozent können sich einen Kauf von selbstfahrenden Autos vorstellen
Die Kfz-Studie 2026 der Wiener Städtischen Versicherung, durchgeführt vom Gallup Institut, zeigt das große Bild der Mobilität in Österreich. 1000 Österreicher und Österreicherinnen zwischen 17 und 70 Jahre wurden befragt, repräsentativ, im Zeitraum von 18.2. bis 3.3.. Das ist aktuell wichtig, die Themen und Antworten sind also nicht unter Einfluss des Irakkrieges gegeben.
Zentrale Erkenntnis: Das Auto ist wichtig, wird wichtiger, gerade bei den Jungen. Die Österreicher favorisieren Verbrennerautos, mögen die digitale Vignette nicht und fahren vielfach auf der Autobahn schneller als 130 km/h. Das selbstfahrende Auto wird kritisch gesehen.
Die Ergebnisse der Umfrage im Detail:
- Der Stellenwert des Autos ist auf sehr hohem Niveau. 65 Prozent nützt es beruflich und privat. Auch bei Jüngeren: hier sagen 35 Prozent, dass das Auto für sie wichtig ist. Im urbanen Bereich ist der Stellenwert niedriger (58 Prozent), im ländlichen Bereich höher, 74 Prozent. Interessant: Der Stellenwert des Autos hat in den vergangenen Jahren zugelegt, gerade bei den Jungen. Das überrascht auch Doris Wendler, die Vorstandsdirektorin der Wiener Städtische.
- Die Autonutzung: 66 Prozent der Befragten haben ein eigenes Auto. 66 % nützen es im Verbund, also etwa in der Familie oder unter Partnern. Nur 6 Prozent nützen Car-Sharing.
- Die Häufigkeit der Nutzung: 45 % nutzen das Auto täglich, 80 Prozent mehrmals pro Woche. Zur Kilometerleistung: 83 Prozent fahren täglich nicht mehr als 50 Kilometer. Nur 3 Prozent fahren täglich mehr als 100 km.
- Exzellenz: Über 80 Prozent der Autofahrer sehen sich als gute und sehr gute Autofahrer, Männer noch besser als Frauen. Am besten sehen sich die 31- bis 50-Jährigen.
Antriebsart: Hier ist der Dieselantrieb eindeutig rückläufig, Benziner haben gleichbleibende Akzeptanz, bei Hybrid- und E-Antrieben hat sich die Akzeptanz verdoppelt. 26 Prozent wollen im nächsten Jahr ein Auto kaufen, die Jungen sogar zu einem Drittel. Relevante Aspekte beim Autokauf sind: Kosten (77%), vor Antrieb (71 %) vor Verbrauch (64 %), Fahrzeugtyp, Sicherheit, Technische Eigenschaften.
34 % wollen einen Benziner kaufen, 28 % einen Diesel, 25 & einen Hybrid und 14 % ein E-Auto. Wichtig ist den Studienmachern: Die Befragung fand vor dem Irankrieg statt. Und ist auch nicht mit den Neuzulassungen im vergangenen Jahr im Einklang. Da waren 21 Prozent der Neuzulassungen reine E-Autos, 39 Prozent hatten einen Hybridantrieb. Wendler: "Wir sehen, dass der Ankauf von E-Autos stärker in den Fokus rückt und auch, dass die Rahmenbedingungen einen großen Einfluss haben".
- Preise und Reichweite: bei E-Autos: Drei Viertel wollen maximal 30.000 Euro für ein E-Auto ausgeben. Gewünschte Mindestreichweite bei E-Autos: 60 Prozent wollen zumindest 400 Kilometer. Hier ist der Anspruch gewachsen.
- Finanzierung: 74 Prozent wollen das Auto gleich sofort bezahlen. 19 Prozent setzen auf Leasing. 10 Prozent wollen über die Bank finanzieren. Man sieht: Der Österreicher kauft lieber sein Auto.
- Neu oder Gebraucht: 52 Prozent Neuwagen, 48 Prozent wollen Gebraucht.
- Digitale Vignette: Mit Dezember 2026 läuft die klassische Klebe-Autobahn-Vignette aus. 51 Prozent sehen die Umstellung der Vignette als Zwangsdigitalisierung.
- Versicherung: 42 Prozent der Autobesitzer entscheiden sich für eine Vollkaskoversicherung – mit leicht steigender Tendenz. Gleichzeitig zeigt sich jedoch weiterhin Aufholbedarf: Rund ein Drittel beschränkt sich nach wie vor auf die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung.
- Selbstfahrende Autos: Gewinnen auch in Österreich zunehmend an Bedeutung. Für rund 60 Prozent der Befragten ist es grundsätzlich vorstellbar, ein autonomes Fahrzeug – bei Marktreife – zu kaufen. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Vorbehalte: Knapp die Hälfte der Befragten sehen vor allem ein Risiko, auffällig sind hier geschlechtsspezifische Unterschiede – Frauen bewerten automatisiertes Fahren deutlich kritischer als Männer.
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