Wey 03 Plug-in-Hybrid: Was kann die Reichweiten-Sensation aus China?

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Der chinesische Autoriese Great Wall Motor möchte 2024 groß in Europa starten. Viel verspricht man sich vom Wey 03. Was kann das SUV mit Plug-in-Hybrid und über 130 km Elektro-Reichweite?

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motor unternimmt nun einen neuen Anlauf, die Autos der Submarke Wey in Europa auf den Markt zu bringen. Zunächst sind es zwei SUV mit Plug-in-Hybrid, der Wey 05 und der Wey 03, letzteren konnten wir nun erstmals testen.

Der Wey 03 präsentiert sich als 4,67 Meter langes SUV mit markantem Kühlergrill und soll ein Angebot an Familien sein. Und als Konkurrenz sieht man in Autos a la VW Tiguan, Kia Sportage oder Cupra Formentor.

Die Chinesen haben auch einigen Aufwand betrieben, um das Auto den Europäern schmackhaft zu machen. Das beginnt schon bei der Technik. Der Verbrennungsmotor für den Plug-in-Hybrid ist ein 2,0-l-Biturbo (die chinesische Variante muss mit 1,5 Liter auskommen) und als Getriebe kommt ein 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz (da ist die chinesische Variante auch einfacher gestrickt).

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Stichwort Plug-in-Hybrid. 375 kW leistet der Antrieb in der Version mit Allradantrieb, alternativ dazu kann man auch eine 2WD-Version mit 270 kW haben. Der Strom wird in einer für einen Plug-in-Hybrid üppig dimensionierten Batterie gespeichert. 34 kWh hat der Akku und das sorgt für Reichweiten auf die die Entwickler von GWM sehr stolz sind: 136 km weit kommt der Wey 03 AWD (bei der 2WD Version sind es 124 km). Auch wenn der Name Coffee des früheren Modells wegfällt, ein „Verlängerter“ ist der Wey allemal immer noch.

Heißt, man ist im Wey sehr viel elektrisch unterwegs, wie wir bei einer ersten Ausfahrt mit der AWD-Variante feststellen. Das Zusammenspiel aus Verbrenner und den E-Motoren funktioniert gut, wenn man mehr Beschleunigung wünscht, schaltet sich der Verbrenner dazu – hörbar, aber nicht unangenehm laut. Das Fahrwerk rumpelt mitunter etwas deftig über Fahrbahnschäden, die Lenkung bleibt auf der weichen, indirekten Seite, die Bremsen sind gut zu dosieren.

Stichwort Einstellungen. Das passiert, wie nicht anders zu erwarten, über einen großen zentralen Touchscreen. Mit der Menüführung sollte man sich tunlichst vor Fahrtantritt auseinandersetzen - nicht nur, weil man Ablenkungen während er Fahrt so und so vermeiden sollte, der Aufmerksamkeitsaufpasser wird sonst schnell aktiv. Ebenso wird man gemaßregelt, wenn man eine Sperrline nur ansatzweise berührt bzw. greift der Wey heftig ein, wenn ihm die Linienführung nicht passt und wenn man das Tempo überschreitet, wird sowieso laut gegeben. Ja, der GWM hat eine Menge Aufpasser an Bord.

Die Klimasteuerung ist in einem kleinen separaten Touchscreen  untergebracht (funktioniert problemlos) und ein Head-up-Display hat der Wey 03 auch an Bord. Was gut gefällt, ist die Materialauswahl - alles greift sich gut an, nirgendwo wirkt etwas billig oder lieblos.

Der Wey 03 soll 2024 in Europa zu haben sein. Der Basispreis wird bei etwa 45.000 bis 50.000 Euro liegen, für den AWD werden es zwischen 55.000 und 60.000 Euro sein. Was die Verfügbarkeit in Österreich betrifft, so will GWM auch bei uns in den Markt eintreten. In Sachen Import laufen aktuell Verhandlungen.   

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