Arrivederci Milano: Warum Alfa Romeo sein neues Auto umtaufen muss

Arrivederci Milano: Warum Alfa Romeo sein neues Auto umtaufen muss
Das erste Elektroauto von Alfa Romeo heißt nunmehr "Junior".

Lange durfte sich der neue Milano von Alfa Romeo nicht seines Namens erfreuen. Schon kurz nach der Präsentation war Kritik in Italien laut geworden, dass ein Auto, das Milano heißt, nicht in Polen produziert werden könne. 

Der italienische Industrieminister Adolfo Urso hatte am vergangenen Donnerstag den Autobauer Stellantis, Mutterkonzern von Alfa Romeo, wegen seines Beschlusses kritisiert, das erste vollelektrische Fahrzeug von Alfa Romeo in Polen zu produzieren. "Ein Auto namens Milano kann nicht in Polen produziert werden. Das ist nach italienischem Recht verboten", sagte der Minister in Turin. Er bezog sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 2003, das sich gegen "italienisch klingende" Produkte richtet, die nicht in Italien hergestellt werden.

"Dieses Gesetz besagt, dass man keine Angaben machen darf, die den Verbraucher in die Irre führen. Ein Auto mit dem Namen Milano muss also in Italien hergestellt werden. Andernfalls handelt es sich um eine irreführende Angabe, die nach italienischem Recht nicht zulässig ist", sagte Urso.

Alfa Romeo reagierte nun prompt und ändert den Namen auf "Junior". In der Überzeugung, dass der Name Milano alle rechtlichen Anforderungen erfüllt und dass es wichtigere Dinge gibt als den Namen eines neuen Autos, hat Alfa Romeo beschlossen, den Namen von Milano in Alfa Romeo Junior’ zu ändern, um ein Klima der Entspannung zu fördern, heißt es dazu von Alfa.

"Obwohl wir wissen, dass wir dazu nicht verpflichtet sind, haben wir uns entschieden, den Namen zu ändern, weil wir die positiven Emotionen, die unsere Produkte schon immer hervorgerufen haben, bewahren und jede Art von Kontroverse vermeiden möchten", fügt Alfa-Boss Jean-Philippe Imparato hinzu.

Der Name Junior hat bei Alfa Romeo Geschichte. Am 26. September 1966 wurde in Balocco der GT 1300 Junior vorgestellt, der unter Verzicht auf den Namen „Giulia“ den Vorläufer einer neuen Generation von Alfa Romeo darstellte. Alfa Romeo wollte damit ein jüngeres Publikum ansprechen. Und mit fast 92.000 verkauften Einheiten wurde die GT 1300 Junior zum absoluten Bestseller der Baureihe.

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