Volvo EX60: So fährt sich das elektrische Schweden-SUV
Zusammenfassung
- Volvo bringt mit dem EX60 ein neues Elektro-SUV, das optisch und im Interieur typisch skandinavisch auftritt und bereits auf hohe Nachfrage stößt.
- Der EX60 ist in drei Varianten mit unterschiedlichen Akkugrößen und Reichweiten bis zu 810 km erhältlich und überzeugt durch hohe Ladeleistung sowie Komfort.
- Innovative Sicherheits- und Assistenzsysteme wie HuginCore und ein anpassungsfähiger Gurt unterstreichen Volvos Fokus auf Sicherheit; Marktstart ist im September ab 63.490 Euro.
Die Erwartungshaltung ist hoch. Nicht nur bei Volvo selbst, sondern offenkundig auch bei der Kundschaft. Die Auftragseingänge sind mittlerweile so hoch, dass man in Schweden beschlossen hat, die Sommerferien um eine Woche zu kürzen. Produziert wird das Auto im Stammwerk von Volvo in Torslanda.
Die Rede ist vom EX60, dem neuen Elektro-SUV von Volvo. Das ist gewissermaßen die rein elektrische Variante des XC60, und das ist immerhin das aktuell populärste Modell der Schweden überhaupt. Was der EX60 kann, haben wir uns bei einer ersten Probefahrt angesehen. Optisch wirkt der EX60 gelungen – die Heckansicht ist dabei kantiger als die Front, bei der man offensichtlich an der Aerodynamik gearbeitet hat. So ist die Frontpartie nach unten gezogen, und man arbeitet mit Klappensteuerung für den Lufteinlass. Für den typischen Volvo-Look sorgen vor allem die Scheinwerfer im Stil von „Thors Hammer“. Es ist nicht das einzige Mal, dass einem die nordische Mythologie begegnet, aber dazu später mehr.
Auch innen präsentiert sich der EX60 so, wie man es von einem Volvo erwartet. Das „warme Gefühl eines skandinavischen Möbelhauses“ nannte es ein Designer. Und man fühlt sich schnell wohl im Volvo – dafür sorgen die sorgsam angerichteten Materialien, allen voran der Textilüberzug im oberen Teil des Armaturenbretts. Sorgen rund um die Langlebigkeit dieser Lösung zerstreut die Interieur-Designerin im Gespräch mit uns. Die Materialien werden umfangreich getestet – auch in Hinblick auf Angriffe durch Schokolade, Eiscreme, Schlecker und die darauf nötige Reinigung. Was uns noch aufgefallen ist, ist das Fehlen eines Handschuhfachs. Ersatz schafft die große, zentrale Ablage unter dem Armaturenbrett, die mittels Deckel auch verschließbar ist.
Ob der leicht konvex geformte Touchscreen, der durch die Form für Fahrer und Beifahrer gleich gut ablesbar sein soll, ideal ist, darf hinterfragt werden. Aber grundsätzlich ist die Ablesbarkeit okay. Wichtig für den Fahrer und auch gut gemacht ist der kompakte Schirm vor dem Fahrer mit allen wichtigen Informationen. In Sachen Infotainment setzt man auch bei Volvo auf Google und der entsprechende KI-Sprachassistent, der im EX60 nun mitfährt, ist Google Gemini.
Die Bedienung folgt teilweise dem chinesischen Geschmack. Was nicht nachvollziehbar ist, ist die Steuerung der Ausrichtung der Belüftungsdüsen - hierfür muss man in ein Touchscreen–Menü eintauchen. Dass Spiegel- und Lenkrad-Verstellung (die man wahrscheinlich eher selten benötigt) nach demselben Muster funktionieren, könnte man noch verschmerzen.
Gut gefallen haben uns die haptischen Tasten am Lenkrad, und auch für die Audio-Lautstärke hat man eine analoge, edel aussehende Walze. Zudem sitzt man auf bequemem Gestühl, und auch hinten hat man es bequem (auch die Schenkelauflage - oft ein Thema bei E–Autos - ist im Volvo tadellos). Gut gefallen hat uns auch das Laderaum–Management. Der Kofferraum ist groß genug, und im Keller hat man noch Platz für einen Kunststoff-Kübel und eine eigene Tasche. Vorne findet sich auch noch ein Frunk.
Antriebe
Volvo bietet den EX60 in drei Varianten an: Als P6 mit Heckantrieb und als P10 bzw. P12 mit Allrad. Der P6 wird von einem Elektromotor mit 275 kW/374 PS angetrieben, und in Sachen Fahrleistungen ist man hier schon gut bedient. Der Volvo bleibt dabei auf der komfortablen Seite, und das passt auch für das Auto. Für die Feinjustierung von diversen Parametern, wie One-Pedal-Drive oder Lenkung, muss man den Touchscreen bemühen. Und gerade bei der Lenkung, die im Standard-Modus zu weich wirkt, tut der Wechsel in den straffen Modus gut. Der P10 arbeitet mit zwei E-Motoren und kommt so zu seinem Allradantrieb. Ein Motor liefert 300 kW, der zweite 200 kW. Dementsprechend geht es im P10 noch flotter auf 100 km/h. Im P6 wird der Strom in einem 83-kWh-Akku gespeichert, im P10 wächst der Akku auf 95 kWh. Damit sind Reichweiten von über 600 km (611 beim P6, 660 km beim P10) möglich. Nachladen funktioniert mit bis zu 400 kW an einem DC-Lader (300 kW beim P6) - und das sind beeindruckende Werte. Noch mehr Akku gibt’s im P12, der 117 kWh bietet und rund 810 km weit kommt.
Und weil Volvo seit jeher auch für das Thema Sicherheit steht, hat man sich auch hier etwas einfallen lassen. Der Sicherheitsgurt im EX60 funktioniert in Verbindung mit einer cleveren Sensorik, die zum einen erfasst, wie groß und wie schwer der Fahrgast ist und zum anderen auf einen bevorstehenden Unfall proaktiv reagiert und die Rückhaltekraft dynamisch anpasst. Bei den Assistenzsystemen kommen wir wieder zur nordischen Mythologie. HuginCore heißt das clevere System, bei dem eine Vielzahl von Sensoren kontinuierlich die Fahrzeugumgebung erfasst und bewertet. Hugin ist in der nordischen Mythologie ein Rabe, der auf den Schultern Odins sitzt und jeden Morgen ausfliegt, um zu beobachten und Odin informiert zu halten. Während unserer Testfahrt hatte Hugin keine besonderen Vorkommnisse zu melden.
Der Volvo EX60 kommt bei uns im September zu den Kunden. Die Preise beginnen bei 63.490 Euro für den P6, den P10 bekommt man ab 66.490 Euro und den P12 ab 72.490 Euro.
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