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© Kurier

Leitartikel
12/03/2019

Thesen gegen den PISA-Stillstand

Über die Gewerkschaft, die Schwächsten im Bildungsystem und die Wissenschaft, auf die wir nicht hören.

von Bernhard Gaul

Der ersten Freude, beim internationalen Bildungsvergleichstest PISA nicht abgestürzt zu sein, folgt der nüchterne Blick: Wir sind Mittelmaß und treten seit Jahren im Bildungsbereich auf der Stelle.

Aber woran hapert es eigentlich?

Die Wahrheit ist: Wir haben eine Gewerkschaft, die das macht, was sie soll: die Interessen der Lehrer vertreten. Das sind aber nicht automatisch die Interessen des Landes. Die Bildungspolitik traut sich oft gar nicht mehr, manch tief greifende Reformen anzugehen, im Wissen, dass die Gewerkschaft blockieren würde.

Dann ist wahr, dass unser Bildungssystem die Schwächsten nicht mitnimmt, und das sind mehrheitlich Migrantenkinder. 20 Prozent der Schulabgänger könnten diesen Leitartikel gar nicht sinnerfassend lesen. Eine große Dummheit für so ein reiches Land, nur weil man halt nicht gern mit „unserem“ Geld „deren“ Kinder fördert.

Wahr ist, dass wir seit vielen Jahren wissen, dass man die Kleinsten besser fördern muss, damit es beim Schuleintritt keine so riesigen Unterschiede von bis zu dreieinhalb Jahren (!) beim Bildungsstand der Sechsjährigen gibt. Wie soll da eine Volksschullehrerin einen normalen Unterricht abhalten? Es ändert sich aber nichts.

Wir hören nicht auf die Wissenschaft, obwohl die alle Bildungsdaten hat, diese versteht und die richtigen Schlüsse ziehen kann. Die Politik bleibt ideologisch verhaftet.

Lüften wir bitte die Lehrpläne. In einer globalisierten Welt, die sich so rasant verändert, müssen die Lehrpläne mithalten können.

Und: Musik macht Menschen schlauer, das ist bewiesen. Also warum nicht damit die Kleinen von der Digitalflut entlasten? Einer Kulturnation täte das sicher gut.

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