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Meinung
09/20/2019

Standort Wien: Gruß aus der asiatischen Steppe

Wien verliert Terrain im Ranking der Finanzplätze. Der Politik und weiten Teilen der gesellschaftlichen Eliten ist das egal.

von Wolfgang Unterhuber

Erst vor Kurzem wurde Wien in einer internationalen Umfrage wieder einmal zur lebenswertesten Millionenstadt gekürt. Das wird dann von lokalen Entscheidungsträgern und Medien gerne gefeiert. Weniger gefeiert werden dürfte das aktuelle internationale Finanzplatzranking. Der sogenannte Global Financial Centres Index zeigt, vereinfacht gesagt, wo in Sachen Geld und Wirtschaft die Musik spielt. Und die spielt in den USA, in London (noch) und in Asien.

In Wien spielt es sehr leise Töne. Von 104 Finanz-Hotspots liegt Österreichs Kapitale nur auf Platz 54. Gegenüber dem letzten Ranking vom März ist das ein sattes Minus von zehn Plätzen. Grund: Hierzulande fehlt jeglicher Impuls, der den Finanzplatz Wien beleben könnte. Das wird international registriert. Auch, dass Österreich ein Hochsteuerland ist und eine prinzipielle Wirtschaftsfeindlichkeit herrscht. Zudem verliert Wien langsam seinen Standortvorteil als Drehscheibe zu den CEE-Ländern. Die holen nämlich selbst auf. Die Börse Warschau zum Beispiel hat Wien längst überholt.

Der Politik und weiten Teilen der gesellschaftlichen Eliten ist das völlig egal. Das zeigt auch der Wahlkampf. Im „freien Spiel der Kräfte“ werden wieder Milliarden-Pakete geschnürt. Alle Energie wird dabei der Aufrechterhaltung beziehungsweise dem Ausbau des Sozialstaates gewidmet. Das wird sicher wieder für tolle Noten sorgen, wenn es um lebenswerte Städte geht. Nur, dass das internationale Investoren völlig kalt lässt. Die setzen auf Finanzplätze mit Zukunft. Besonders peinlich dabei ist, dass Städte wie Nur-Sultan Wien überholt haben. Nur-Sultan hieß früher Astana und ist die Hauptstadt des zentralasiatischen Steppenlandes Kasachstan.

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