© KURIER/Novy

Meinung

Sprachvorbild Bierlein

Wilhelmer schaut fern: Über den wohltuenden "ZiB2"-Auftritt einer Kanzlerin, die ohne antrainierte Satzgirlanden auskam.

von Philipp Wilhelmer

06/15/2019, 07:36 AM

Würden parlamentarische Mehrheiten nach der Qualität der Fernsehauftritte vergeben – Brigitte Bierlein müsste ab Herbst die Absolute hinter sich vereinen. Wie die Übergangskanzlerin im „ZiB2“-Studio auftrat, war ungewohnt und wohltuend.

Da gab es keine leeren Satzgirlanden, die ihr die teuer bezahlten Berater in mühseligen Trainings beibrachten. Keine Opferrolle, keine aggressive Schuldzuweisung, kein Klein-Klein-Blabla-„Der hat zuerst…!“. 

Und die Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher kam wohl in die ungewohnte Situation, fast alle ihre Fragen angebracht zu haben, weil ihr Gegenüber knapp und präzise antwortete, statt die Redezeit dafür zu verwenden, über selbst zurechtgelegte Themen zu palavern. 

Wir sollten uns nicht allzu sehr daran gewöhnen, aber vielleicht haben die Spindoktoren ein Einsehen, vielleicht zeigen die Umfragen den Entscheidungsträgern ja plötzlich: Die Leute wollen das. Und die Berufspolitiker lernen wieder normale Sprache. 

Wir würden hier gerne ein Login zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

Sprachvorbild Bierlein | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat