Spionage-Hotspot Wien: Mehr als nur Folklore

Die russische Vertretung in Wien
Nicht nur russische Geheimdiensttätigkeit in Wien gehört unterbunden.
Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Der Zusammenfall ist pikant: Am Mittwoch versichert der Bundespräsident in Kiew die Ukraine der österreichischen Solidarität (tags zuvor hatte er Russlands „Kolonialkrieg“ gegeißelt); einen Tag später weist Österreich vier russische Diplomaten wegen Spionage aus.

Für die Krakeeler der Russland-freundlichen FPÖ war schon die Kiew-Visite „Staatsgefährdung“ und ein Verstoß gegen die Neutralität. Und der russische Botschafter – was für eine Allianz! – rüffelte VdB, weil der die „westliche Mythologie“ zum Ukraine-Konflikt noch ausweite.

Das ist inhaltlich doppelt falsch: Die Neutralität ist eine militärische, keine politische – die kann es im Falle von kriegerischem Massenmord der Marke Putin nicht geben. Und eine Mythologie, die sich laufend als Realität erweist, ist die über die russische Spionagetätigkeit im großen Stil. Kehren Sie vor der eigenen Tür, Herr Botschafter!

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