Eckige Klopapierrollen, schweigende Friseure und Giuseppe Forcher

Ein Beauty-Update, wie man Toilettenpapier spart und was man von Sepp Forcher noch alles lernen kann. Eine etwas andere Weihnachtskolumne.
Marco Weise
Eine leere Toilettenpapierrolle hängt an einer weißen Halterung an der Wand.

Die Lockdown-Pause nutzen viele für ein Beauty-Update. Verständlich, denn kaum wird geöffnet, reden schon wieder alle vom Zusperren. Mit dem Ergebnis: Mein Stammfigaro ist bis zum Jahreswechsel ausgebucht. Aber da ich so dem Christkind nicht entgegentreten kann, musste ich handeln – beim sechsten Salon wurde ich fündig: Hakan aus der Türkei hatte Mitleid. Und Zeit. Er konnte zwar kaum Deutsch, meinen Anweisungen nicht folgen, aber er hat geliefert. Ich bin wieder herzeigbar. Und es war – aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten – angenehm ruhig.

Sie haben es (fast) geschafft. Morgen ist Weihnachten. Danach ist kurz alles besser. Normaler. Fast so wie immer. In unsicheren Zeiten sehnt sich Mensch ja nach vertrauten Feiertagsabläufen: Essen-Essen-Trinken-Essen-Essen-Trinken-Schlafen-Essen ...

Das führt uns unweigerlich zum Klopapier, das jetzt auch noch teurer werden soll. Gibt’s ja nicht – jetzt muss man auch noch am Häusl sparen ... Aber wie? Im Internet steht es: „Man sollte es sich selbst so schwer wie möglich machen, das Toilettenpapier abzureißen. Einfach die Rolle zusammenzudrücken – damit sie sich nicht so schnell dreht und dementsprechend nicht so viel abgerissen werden kann.“
Dieser Tipp hat etwas Philosophisches – er folgt der Lehre der Entschleunigung. Dessen Meister ist kürzlich verstorben: Giuseppe Forcher. Ihm waren Hektik, Trubel, Bla Bla Bla fremd. Er war Traditionalist, dennoch offen für Neues. Immer beseelt. Immer besonnen. Von Forcher kann man vieles übernehmen – z. B. seine Lebensphilosophie: „Wer langsam geht, geht gut. Und wer gut geht, geht weit“.

Sollten Sie über die Feiertage nicht zur Ruhe kommen, schauen sie „Klingendes Österreich“ (via ORF-TVthek). Es hilft. Versprochen. Also „Pfiat Gott beinand“. Und frohe Weihnachten!

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