Meinung 14.05.2018

Team Ludwig: Manager gewinnen noch keine Wahlen

Ludwigs neues Team sieht auf dem Papier gut aus. Doch der Erfolg wird an der Wahlurne gemessen.

Wien ist, was wir daraus machen.“ Das Motto, das Ludwig bei der Präsentation seines neuen Teams affichieren ließ, gilt in großem Maße auch für ihn und seine neuen Stadträte. Ludwig hat seine Hausaufgaben gemacht und ein ausgewogenes Team präsentiert, für das es auch von Genossen aus dem linken Flügel der Partei Lob gibt. Allerdings muss sich das neue Team rasch finden, will Ludwig bei den Wahlen spätestens 2020 Erfolg haben.

In den vergangenen Jahren hieß es bei den Roten zumeist jeder gegen jeden. Ludwig selbst kann als Wohnbaustadtrat ein Lied davon singen. Das dürfte auch ein Grund sein, warum er beim neuen Personal jene bevorzugte, die weniger stark in der Partei verankert sind. Mit Hanke und Hacker holte Ludwig zwei Top-Manager aus der Stadtverwaltung, die beide bewiesen haben, dass sie ihr Fach beherrschen. Die Überraschung mit Kaup-Hasler als neue Kulturstadträtin ist Ludwig gelungen. Auch sie ist nicht als brave Parteigängerin bekannt. Allerdings haben alle drei wenig Erfahrung im politischen Schlagabtausch eines Tagesgeschäfts. Einzig die neue Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal ist schon viele Jahre im Gemeinderat.

Vom Bund hat sich Ludwig bei seiner Wahl nichts dreinreden lassen. Vor allem die beiden Ex-Minister Drozda und Rendi-Wagner machten sich Hoffnungen auf Posten. Doch sie hatten nie eine reelle Chance. Denn Ludwig signalisierte Parteichef Christian Kern stets, dass er sich in Wien nichts dreinreden lassen werde. Für Kern bedeutet das, dass er auf Gedeih und Verderb Ludwig ausgeliefert ist  – ist doch Wien die wichtigste Machtbasis der SPÖ. Sollte Ludwig mit seinem Team nicht Erfolg haben, ist wohl auch Kern Geschichte.

( kurier.at , en ) Erstellt am 14.05.2018