über die Männer hinter der Brexit-Kampagne
06/22/2016

Brexit-Fragen bleiben. Und Erkenntnisse

Morgen entscheiden die Briten über ihr Schicksal. Einige haben die Kampagne für ihren Vorteil missbraucht.

von Helmut Brandstätter

Sie sind skrupellose Egoisten, die den hart arbeitenden Briten gerne schaden, um selbst zu profitieren.

Dr. Helmut Brandstätter | über die Männer hinter der Brexit-Kampagne

Sehen wir uns einmal die Herren an, die unter großem persönlichen Einsatz für den Austritt der Briten aus der EU sind: Boris Johnson etwa, als Londoner Bürgermeister für wirre Haartracht und die Lösung von Verkehrsproblemen bekannt, ist ein klassischer Vertreter des britischen Establishments. Er will über die Brexit-Kampagne Premierminister werden. Punkt. Oder Nigel Farage, Chef der UKIP: Er ist Sohn eines Börsenmaklers, war selbst Investmentbanker und braucht jede Kampagne für seine Anti-EU-Partei. Rupert Murdoch schließlich, Medientycoon mit australischen Wurzeln, will mit seiner Boulevardzeitung The Sun einfach nur Auflage machen. Da ist ihm jede Lüge recht.

Gemeinsam ist den drei Herren, dass sie bei einem Brexit keine persönlichen Nachteile hätten. Ihnen ist es gleichgültig, wenn Fiat seine Traktorproduktion aus dem britischen Basidon abzöge – in die EU, nach Österreich. Sie würden nicht darunter leiden, wenn britische Pensionisten auf Lanzarote plötzlich nicht mehr kostenlos ins Krankenhaus können. Und sie werden alle einen Weg finden, sich einen EU-Pass zu besorgen, um weiter grenzenlos reisen zu können. Sie wissen, dass ihre Wirtschaft schrumpfen würde und die Ruhe auf der irischen Insel gefährdet wäre. Sie sind also skrupellose Egoisten, die den hart arbeitenden Briten gerne schaden, um selbst zu profitieren.

Es bleibt die Frage, warum sich so viele Menschen von der lügenhaften Kampagne mit Hitler-Vergleichen überzeugen ließen. Und es bleibt die Erkenntnis – und damit sind wir in Österreich –, dass Politiker wie Premierminister Cameron, die sich zwischendurch als Oppositionelle gefallen, nicht ernst genommen werden.

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