Sinnerfassend vortragen
Eine für kommende Woche geplante Parlamentssitzung, so lasen wir gerade, wurde mangels Inhalts abgesagt. Und wo, fragt Leserin K., ist da jetzt der Unterschied zu stattfindenden Parlamentssitzungen?
Das ist nicht fair. Im Plenarsaal des Parlaments gibt’s viel Inhalt. Vor allem nachts. Wer mag, kann sich bei den gelegentlichen Spätübertragungen ( ORF III) überzeugen – wirklich, es zahlt sich aus! Da üben sich Abgeordnete, von denen Sie nicht gewusst hätten, dass es sie gibt, vor der bis auf einen Alibi-Staatssekretär leeren Regierungsbank an selbst verfassten Texten (garantiert, weil so etwas schreibt einem keiner); am Buchstabieren unter Zeitdruck; am Neigungsfach "Sinnerfassend vortragen"; am spannenden Erstkontakt mit dem dritten und vierten Fall. Zu Themen wie "ausreichende Kennzeichnung von Lachsersatz" und "keine Verbesserung der Zustände in Tierhandlungen". Zum Schluss wird alles gut, weil da darf auch der Staatssekretär was sagen und sagt in drei Minuten gefühlte 27-mal "Innovationspotenzial heben". Von wo heben? Den Inhalt haben wir leider vergessen.
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