über „Die große Chance“
11/08/2014

„Schea“ plus Talent

Das eigentliche Ereignis der vierten Staffel der ORF-Show war aber Petra Mayer, die singende Bäuerin aus Kärnten.

Anna Gasteiger | über „Die große Chance“

Ideal wäre gewesen: eine Zwölfjährige, die aussieht wie Shirley Temple und singt wie Christina Aguilera, während sie mit ihrem knuddeligen kleinen Terrier Kunststücke vorführt. Gewonnen haben mit dem Mädchen-Duo Harfonie die Zweitbesten aller möglichen „Die große Chance“-Kandidaten: zwei talentierte, hübsche junge Sängerinnen im Dirndl.

Das eigentliche Ereignis der vierten Staffel der ORF-Show war aber Petra Mayer, die singende Bäuerin aus Kärnten; fast verstörend urwüchsig; eine Art weiblicher Medien-Kaspar-Hauser; irgendwo hinter den sieben Bergen auf einer saftig-grünen Alm inmitten einer Kuh- und Kinderschar herangewachsen, um die zynischen, verhärteten Herzen der Fernsehkonsumenten zu erobern, so zumindest die Darstellung in der Sendung.

Ob die Frau singen kann, egal. Wie das Dirndl im siebten Schwangerschaftsmonat sitzt, egal. Die Jury rettete sich gleichermaßen hilflos wie schwärmerisch ins Lob der Unverdorbenheit, denn mit der personifizierten heilen Welt will sich niemand anlegen. So dilettierte sich das singende Wunder aus St. Leonhard – liebevoll unterstützt von seinem ebenso rotbäckigen Ehemann – souverän ins Finale der verschwitzt-heimeligen Freitagabend-Live-Show, wo es nur von „liab“ und „nett“ und „schea“ plus einer gehörigen Portion Talent gestoppt werden konnte.

Aber fast wäre es passiert.

Petra Mayer for Bundespräsidentin und Song-Contest-Teilnehmerin und Wappentier und alles.

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