© REUTERS/Peter Nicholls

Kommentar
01/04/2021

Julian Assange - kein Held

Der Whistlblower veröffentlichte gestohlene Daten. Auch wenn einige Kriegsverbrechen zeigen: Wer maßt sich an, was von "öffentlichem Interesse" ist?

von Andreas Schwarz

An Julian Assange scheiden sich die Geister: Ist das, was Whistleblower tun, legitim? Wo endet das angebliche „öffentliche Interesse“? Und wer maßt sich an zu bewerten, was in diesem Interesse ist und was nicht?

Stimmt schon: Medien und Öffentlichkeit leben vom Geheimnisverrat. Beispiel: Der Mitschnitt eines Gesprächs, in dem Donald Trump sich ein paar Tausend Stimmen „organisieren“ wollte (und der ihn als nicht bei Sinnen oder als Betrüger entlarvt, aber Beides wussten wir auch vorher).

Assange hat geklaute Dokumente veröffentlicht, die kunterbunt durcheinander Kriegsverbrechen im Irak, Kundendaten einer Bank oder weltpolitische Einschätzungen von Hillary Clinton und ihres Teams preisgaben. „Wenn eine Quelle uns Material überlässt, das von politischer, diplomatischer, historischer oder ethischer Bedeutung ist ..., dann machen wir es publik“, sagte er. Genau, siehe oben: Wer entscheidet?

Gut, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird, die (Vor-)Verurteilung als Staatsverräter steht dort fest. Der Heldenmythos vom (selbst ernannten) Informationsgott aber ist sehr zu hinterfragen. Wer Datendiebsgut verwertet, ist weniger Held als Profiteur eines Verbrechens.

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