eFuels sind logische, klimaneutrale Nachfolger für Benzin und Diesel
Immer besorgter appelliert die UN-Klimakonferenz an die Staatengemeinschaft, aus fossilen Energien auszusteigen. Definitiv: der Hut brennt, die Pariser Klimaziele rücken in weite Ferne. Der Ausstieg setzt aber voraus, dass Alternativen bereitstehen. Ökostrom ersetzt Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken, aber was ist mit Erdöl? Klimaneutrale Kraftstoffe müssen es substituieren. Aufgabe der Politik ist es, das zu organisieren.
Es genügt nicht, sich mit heroischen Zielen zu schmücken, man muss auch etwas für die Zielerreichung tun. Alle Verkehrsmittel, die heute noch klimaschädlich fahren, können synthetische Kraftstoffe nutzen. Nicht zu vergessen Baumaschinen, Landmaschinen, Pistenraupen und Notstromaggregate. Nachgewiesen ist, dass der gesamte Kraftstoffbedarf in der EU von synthetischen Kraftstoffen gespeist werden kann. Das kann schnell gehen, wenn die Nachfrage anspringt. Studien halten 2040 als Zieljahr der Vollabdeckung für realistisch.
Stephan Schwarzer.
Fürs Anspringen ist es wichtig, dass der Straßenverkehr mitmacht. Dort ist auch am meisten Einsparung zu holen, 58 % des EU-Ölverbrauchs entfallen auf den Straßenverkehr. Aber werden wir uns diese eFuels leisten können? Teurer sind sie in der Anfangsphase. Werden einmal Milliarden statt ein paar Hunderttausend Liter produziert, fällt der Literpreis. 1,25 Euro pro Liter lautet eine seriöse mittelfristige Prognose der Gestehungskosten. Das sollte angesichts der Bedrohung des Lieferstopps und hoher Preisausschläge niemanden abschrecken. eFuels sind die beste Versicherung gegen Krisenfälle. Sie kommen weder aus dem Wüstenboden noch aus von Raketen bedrohten Raffinerien, noch passieren sie die Straße von Hormus. Für bestehende Fahrzeuge und Maschinen sind synthetische Kraftstoffe die einzige Möglichkeit, fossile CO2-Emissionen einzusparen. In Österreich sind 95 % der PKW und 99 % der LKW und Busse mit Verbrenner unterwegs, sie können eFuels in jeder Beimischung tanken.
Alle technischen Optionen nutzen
Wer lieber ein E-Auto kauft, kann das tun. Doch gerade in angespannten Zeiten ist ein vorzeitiger Fahrzeugwechsel für viele nicht vorstellbar. Der Umstieg auf PKW mit Großbatterie würde Jahrzehnte dauern. Die Klimaziele für 2030 (Halbierung der Emissionen) und 2040 (Reduktion auf null) können so nicht erreicht werden. Kürzlich leuchteten auf dem Wiener Motorensymposium die großen Zukunftstrends auf. Der Elektromotor wird noch besser werden und eine große Rolle spielen, aber daneben ist noch viel Platz für andere Konzepte. Die Kombination von Elektrobatterie und Verbrenner ist das Um und Auf. Entwicklungsabteilungen der großen Autokonzerne von Deutschland bis Asien surfen auf diesem Trend. Im Vordergrund steht, den Verbrauch zu senken und nur noch erneuerbare Energie zu nutzen. Mehr braucht es nicht für ein klimaverträgliches Kraftfahrzeug. Alle technischen Optionen sollen genutzt werden, der Konsument soll wählen dürfen.
Europa darf sich nicht von einer Technologie abhängig machen. Millionen Arbeitsplätze hängen am seidenen Faden, dessen scheint sich die Politik nicht bewusst zu sein.
Zum Autor:
Stephan Schwarzer ist Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich.
Kommentare