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Meinung
09/24/2019

FPÖ: Große Exzessler statt kleine Leute

Strache macht seinem großen Vorbild Jörg Haider alle Ehre. Auch Haider war ein Exzessler, lebte auf großem Fuß und war von dubiosen Geldgeschichten umwölkt.

von Daniela Kittner

Eines muss man der FPÖ lassen: Langweilig ist diese Partei nicht. Allein, was wir heuer schon geboten bekommen haben: falsche russische Oligarchennichten. Abhörfallen. Wilde Partys mit bewusstseinstrübenden Substanzen. Jetzt kommen noch Gucci-Tascherln, teure Versöhnungsuhren nach Beziehungskrachs und leer geräumte Spesenkonten hinzu.

Wahrlich, Strache macht seinem großen Vorbild Jörg Haider alle Ehre. Auch Haider war ein Exzessler, lebte auf großem Fuß und war von dubiosen Geldgeschichten umwölkt. Das scheint irgendwie FPÖ-immanent.

Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Stoff für einen eigenen Film gibt jener Bodyguard her, den Strache angeblich dermaßen persönlich kränkte, dass er sich vom hyperloyalen Gefolgsmann in einen Racheengel verwandelte. Er soll, so vermutet man in der FPÖ, mit seinem Detailwissen aus Straches Privatleben die Ibiza-Falle zumindest inspiriert haben. Das muss man sich einmal vorstellen: Der Bodyguard stand 2017 als Kandidat auf der FPÖ-Liste und hätte (falls der FPÖ-Verdacht stimmt) gleichzeitig geholfen, seinen Spitzenkandidaten auf der Partyinsel bloßzustellen.

Leider ist das alles nicht nur lustig, denn das flotte Leben der Straches wurde aus Steuergeld finanziert. Als Spitzenpolitiker nagt man nicht am Hungertuch. Dass die FPÖ ihrem Obmann zwei Spesenkonten, einen Mietzuschuss höher als das Medianeinkommen und andere Extras gewährte, passt so gar nicht zu einer Partei, die uns in ihrer Regierungszeit weismachte, sie würde sparsam mit sauer verdientem Steuergeld umgehen.

Eine Empfehlung für eine Rückkehr der FPÖ in die Regierung sind diese Vorgänge jedenfalls nicht.