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01/18/2021

Kindergarten: Wahre Held*innen

Kommentar nach einem Besuch in einem Kindergarten und vor dem Tag der Elementarbildung.

von Heinz Wagner

Von der U-Bahn kommend, natürlich wieder mit Mund-Nasen-Schutz, nein hier drinnen sogar mit FFP2-Maske. Von jetzt auf gleich fühlst du dich zurück- oder lieber nach vor versetzt in Zeiten von Normalität. Zwanglos spielende Kinder, das eine oder andere sitzt hin und wieder auf dem Schoß der Kindergartenpädagogin, die das Spielgeschehen interessiert beobachtet, immer wieder für das eine oder andere Bauwerk lobt, da oder dort Anregungen gibt.

Kinder, die nicht im Geringsten irritiert sind davon, dass ein Kamerateam sie filmt, ein Fotograf Bilder macht, sie das eine oder andere fragt, aber trotzdem konzentrieren sie sich ganz natürlich lieber auf ihr Bau- und dazwischen auch Bewegungsspiel. Und die Kinder finden es auch gar nicht seltsam, dass die Besucher_innen Masken tragen, ihr halbes Gesicht verdecken.

Zu Besuch in einem Wiener Kindergarten. Wie das Eintauchen in eine paradiesische Insel der Normalität inmitten der Lockdown-Phase der Pandemie. Dass die Kinder hier Normalität erleben können ist natürlich das Verdienst der Pädagoginnen – Männer sind hier mitgemeint ;)

Wobei, das muss schon angemerkt werden, sie haben jetzt – trotz der Hygiene-Maßnahmen, Testungen, Desinfektionen usw. – andere Bedingungen als „normal“. Wienweit sind nur 52 Prozent der Kinder in ihren (städtischen) Kindergärten, was die Gruppengröße deutlich senkt. In einigen privaten Einrichtungen ist der Prozentsatz allerdings teils deutlich größer.

Beim vorjährigen Tag der Elementarbildung (24. Jänner, Gründungstag des Österreichischen Verbandes der Kindergarten- und Hortpädagog_innen erinnert, der heuer im Netzwerk elementare Bildung Österreich aufgegangen ist) – der auf die Wichtigkeit dieser Berufsgruppe hinweist, wurde an die Forderung erinnert: „7 Kinder sind genug!“. 14 Kinder und zwei Pädagog_innen ist nicht nur ein Verlangen aus der Wunschkiste, sondern auch wissenschaftlich untermauert.

Die Elementarpädagog_innen werden aber noch immer allzu oft als „Betreuer_innen“ abgetan. Das haben sie – und das haben sich die Kinder – nicht verdient. Und ihre qualifizierte Ausbildung und Tätigkeit darf auch nicht dadurch relativiert werden, dass es heißt: Liebe Eltern das könnt ihr doch selber auch, lasst die Kinder zu Hause. Und bei Home-Office schafft ihr das locker nebenbei. Nein, eben nicht. Da habt ihr nicht diese sehr entspannt spielenden Kinder, wie der Kinder-KURIER sie bei der Reportage im Kindergarten des Bildungs-Campus Seestadt Aspern erlebt hat.

Und, es wäre fein, wenn zumindest darauf hingearbeitet würde, dass in absehbarer Zeit auch bei Normalbetreibe das zahlenmäßige Verhältnis Kinder/Pädagog_in sich in die Richtung „7 Kinder sind genug!“ entwickeln könnte/würde ;)

Wahren Held*innen sollte übrigens nicht nur bestenfalls applaudiert werden – Wertschätzung hängt eben in unserer Gesellschaft nicht zuletzt mit Bezahlung zusammen, also …!

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