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Meinung
05/19/2019

Doskozil könnte gestärkt mit FPÖ weitermachen

Das Ibiza-Video liefert dem Neo-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eine mehr als willkommene Absprungbasis.

Seit Monaten sinnt die SPÖ auf eine Vorverlegung der Landtagswahl, die regulär im Mai kommenden Jahres stattfinden sollte. Beim Juniorpartner FPÖ bissen die Roten aber bisher auf Granit: „Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit“, blockte FPÖ-Vizelandeshauptmann Hans Tschürtz in einem KURIER-Interview ab. Dieser Granit ist seit dem hochnotpeinlichen Selbstfaller von Tschürtz‘ Chef und Mentor Heinz-Christian Strache zu Staub zerbröselt.

Das Ibiza-Video liefert dem auch gegen die eigene Bundespartei angriffigen Neo-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eine mehr als willkommene Absprungbasis für vorgezogene Neuwahlen. Aus Sicht der SPÖ, die im Burgenland seit 1964 regiert, ein nachvollziehbarer Wunsch. Eine SPÖ-Umfrage im April hatte den Sozialdemokraten für die Landtagswahl 45 Prozent in Aussicht gestellt (2015: 42 Prozent), die ÖVP würde demnach nicht einmal die 29 Prozent vom letzten Mal erreichen, die Freiheitlichen hatten da noch die Aussicht etwas mehr als die 15 Prozent von 2015 einzufahren – das ist jetzt wohl illusionär.

Das Ende von Rot-Blau ist das keineswegs. Die SPÖ hat jetzt gute Chancen auf 18 der 36 Mandate – und könnte danach mit den Blauen weitermachen. Mit Tschürtz‘ und Co. hat man bisher gut zusammengearbeitet. Und die FPÖ ist billiger zu haben als die ÖVP.