Zentralmatura, Tag 2: Englisch
Ohne Pannen fanden am Mittwoch die Englisch-Klausuren bei der Zentralmatura statt. Mit Pastafarianismus, der ehemaligen englischen Premierministerin Margaret Thatcher und Höhlenmalereien mussten sich am Mittwoch die Maturanten auseinandersetzen. Außerdem war unter anderem noch ein Blog-Kommentar zu fahrradfreundlichen Städten zu verfassen, schilderte ein Maturant der APA.
Ein Nudelsieb im Grammatik-Teil
Beim "Leseverständnis" mussten die Schüler Texte mit folgenden Themen bearbeiten: "Coping with the Traffic", "Addicted to Technology", "Big Brother is watching you", "The White Rabbit". Bei der "Sprachverwendung im Kontext" musste ein Lückentext über die Aktion des nunmehrigen NEOS-Abgeordneten Niko Alm grammatikalisch vervollständigt werden, der mit einem Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung auf einem Führerscheinfoto abgebildet werden wollte.
Die Hörteile bestanden aus einem Rückblick auf die Lebensgeschichte Thatchers bzw. aus einem Streit unter Teenagern. Der Leseteil bezog sich auf Höhlenmalereien in französischen Steinzeithöhlen. Für die beiden Schreibaufgaben mussten ein Blog-Kommentar, wie man Städte fahrradfreundlicher machen kann, sowie ein Essay über die Sinnhaftigkeit der Annahme von Herausforderungen bzw. des Eingehens von Risiken als Jugendlicher verfasst werden. Im Interview mit dem KURIER erzählte eine Englisch-Lehrerin, dass die Aufgaben durchaus "anspruchsvoll" gewesen seien.
Anders als die Deutsch-Klausuren bestand die 270-minütige Englisch-Matura nicht aus einer einzigen gleich zu Beginn verteilten Angabe, die Maturaaufgaben wurden diesmal gestaffelt: Die Prüfung umfasste vier Teile (Leseverständnis, Hörverständnis, Sprachverwendung im Kontext, Schreiben). Für den Leseteil waren 60 Minuten reserviert, für das Hören (je nachdem, ob die Sprache vier, sechs oder acht Jahre gelernt wurde) maximal 40 oder maximal 45 Minuten, für die Sprachverwendung im Kontext 45 Minuten und für das Schreiben (je nach Lerndauer) 120 oder 125 Minuten.
Tag 3: Spanisch
Die Aufgaben waren nicht an allen Schulen exakt gleich: Je nachdem, ob die Sprache acht oder sechs Jahre gelernt wurde, wurden teils unterschiedliche Aufgaben vorgelegt. Ab 18 Uhr abends werden die Benotungsraster vom BIFIE veröffentlicht, mit deren Hilfe die standardisierten Aufgaben dann korrigiert werden können. Da jeder Maturant in einer lebenden Fremdsprache maturieren muss, wird Englisch von den meisten Kandidaten gewählt.
Anders als in anderen Matura-Fächern sind vom Bifie erstellte standardisierte Englisch-Aufgaben schon seit Jahren an den meisten Schulen an der Tagesordnung. 2013 und 2014 verwendeten schon jeweils rund 90 Prozent der AHS im Rahmen von Schulversuchen die zentralen Reifeprüfungs-Aufgaben.
Am Donnerstag folgt Spanisch, Freitag Französisch, Mathematik ist am Montag dran. Vor der Mathe-Zentralmatura haben die meisten SchülerInnen und LehrerInnen den größten Respekt. Die Zentralmatura in Deutsch hingegen sorgte in vielen Schulen sowohl bei Lehrern als auch Schülern für eine angenehme Überraschung und wurde als positiv empfunden.
Was tun bei einem Fleck?
Für alle Fächer gibt es ein Bewertungsschema, an das sich die Korrektoren zu halten haben. Welche Noten in einem Fach der Schüler hat, wird bei der Beurteilungskommission festgelegt, die z. B. in Wien am 21. Mai tagt. Sollte ein Schüler in einem Fach durchfallen, so muss das "Nicht genügend" im Sinne der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) begründet werden. Wer einen "Fleck" bekommt, hat bis 27. Mai Zeit, sich zu entscheiden, ob er eine Kompensationsprüfung macht. Damit erreicht er bestenfalls einen Dreier im Maturazeugnis. Er kann im Herbst zur 1. Wiederholung antreten und wahrt so die Chance auf einen Einser.
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