Womit will uns Apple noch überraschen?

Heute wird das iPhone 5 vorgestellt. Die Befriedigung hoher Erwartungen wird für Apple immer schwieriger.

Mit der Präsentation des iPhone 5 (KURIER.at berichtet live ab 19 Uhr) verbinden Privatpersonen wie Unternehmen enorme Hoffnungen. Nicht nur die obligaten "Fanboys" erwarten sich Wunderdinge, die vom Hersteller immer schwieriger zu bewerkstelligen sind. Das iPhone schuldete einen Großteil seiner Faszination während der letzten paar Jahre dem Umstand, dass jedes Mal ein Gerät mit Hardware und Software-Komponenten, die nirgendwo sonst existierten, vorgestellt wurde. Heute... ... ist das wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen. Die Konkurrenz, vor allem in Form von Android-Smartphones, ist stark und legt technisch einiges vor. Das iPhone 5 soll etwa eine 8 Megapixel Hauptkamera und 4G/LTE-Fähigkeiten erhalten. Andere Smartphones, etwa Motorolas Droid Bionic  können das schon längst. Mit jeder Geräte-Generation lautet das Credo: Leichter, dünner, schneller, ausdauernder. Leider sind die Grenzen der Physik in Bezug auf Smartphones annähernd erreicht. Statt auf die Hardware muss Apple nun vermehrt auf Software-Revolutionen setzen. Das iPhone 5 wird vom neuen Betriebssystem iOS 5 angetrieben werden. Von kosmetischen Veränderungen gegenüber dem Vorgänger abgesehen wird iOS 5 an tatsächlich neuen Funktionen unter anderem das Mitteilungs-Service iMessage enthalten. Dieses erlaubt kostenlose Schrift-Kommunikation zwischen Apple-Nutzern und soll SMS als bevorzugtes Kurznachrichten-Medium am Smartphone ablösen. Revolutionär... ... ist das nicht. Blackberry hat mit dem Messenger bereits einen ähnlichen Dienst eingeführt, bereits berüchtigt durch die damit weitgehend organisierten London Riots. Auch der Online-Speicher iCloud erfindet das Rad nicht neu,... ... Amazon hat eine entsprechende Lösung bereits parat. Eine großartige Neuerung wäre eine funktionierende Sprachsteuerung beim iPhone 5. Im letzten Jahr hat Apple das Startup Siri übernommen, welches einen sprachgesteuerten persönlichen Assistenten entwickelt hat. Tatsache ist,... ... dass Sprachsteuerung einerseits technisch noch nicht vollständig ausgereift ist. Außerdem gibt es die noch weitgehend existente psychologische Hürde für Handynutzer, die bisher nur ungern Aufmerksamkeit dadurch auf sich lenken, dass sie ihrem Gerät Anweisungen erteilen. Einen Vorteil hat Apples Neuvorstellung allerdings: Das "Magische" ("Magic") daran. Vor allem Steve Jobs verstand es bisher immer ausgezeichnet, ein Gerät mit einem bestimmten Lebensgefühl, einem immateriellen Mehrwert auszustatten. Die Wirkung jener "Magie" konnte man bisher an den tagelang wartenden Fan-Horden vor Apple-Stores erkennen, deren Lebensinhalt jedes Mal einzig der Erwerb der nächsten iGeräte-Generation zu sein schien. Die Aura der ständigen Erneuerung fordert allerdings ihren Tribut. Zahlreiche Apple-Geräte-Besitzer beklagen sich, zum Geldausgeben animiert zu werden und teilweise großem sozialen Druck dabei zu unterliegen. Im Gegensatz zum Vorjahr, als es eine große Apple-Konferenz in San Francisco mit Steve Jobs als Moderator gab, soll die diesjährige iPhone-Präsentation bescheidener ausfallen. Apple lud zu einer etwas kleineren Zusammenkunft im eigenen Hauptquartier in Cupertino. Statt des mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Ober-Gurus Jobs wird nun Nachfolger Tim Cook - wenig faszinierend meist als "Buchhalter-Typ" beschrieben - die Ehre haben. Das euphorischste Unternehmen angesichts des iPhone 5 ist wohl der US-Mobilfunker Sprint. Dieser geht mit Apple einen Vertrag über 20 Milliarden Dollar ein. Sprint, welches mit der Version 5 erstmals ein iPhone im Angebot haben wird, wird 30,5 Millionen Smartphones erwerben und setzt damit alles auf eine Karte. Analysten gehen davon aus, dass Sprint durch das Investment bis 2014 Geld verlieren wird. Erst danach sollten Gewinne erfolgen. Wenig überraschend ist, dass das taiwanesische Animations-Studio NMA ein Video zur bevorstehenden iPhone-Enthüllung kreiert hat (Link unten). Darin erhält man eine exklusive Vorschau auf das Gerät. Das beste daran: Es macht einen automatisch zum coolsten Typ der Umgebung: "Frauen werden garantiert mit Ihnen schlafen!"
(KURIER.at / dav) Erstellt am
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