Wie sich das Lachen von Fremden und Freunden unterscheidet

Verblüffend: Testpersonen können Art der Beziehung erkennen.
Eine lächelnde, ältere Frau mit ihrer jüngeren Tochter.

Stimmen zwei Menschen in Gelächter ein, können Außenstehende daraus erkennen, ob sie Freunde oder Fremde sind, fand ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung heraus. Dazu müssen sie weder der selben Kultur angehören, noch die Lachenden sehen, berichten die Forscher im Fachmagazin "PNAS". Lachen zeige daher verlässlich den Beziehungsstatus an und hat wohl zur sozialen Evolution beigetragen.

Die Forscher haben ganz kurze Lachsequenzen von US-Amerikanern aufgenommen, die entweder gute Freunde waren oder einander zuvor noch nie gesehen hatten. Diese spielten sie 966 Studienteilnehmern aus 24 Kulturen und Ländern weltweit vor. Darunter waren etwa Österreicher, Chinesen, Brasilianer, Ägypter und Hadza, das ist ein tansanisches Jäger und Sammlervolk.

Hohe Treffgenauigkeit

Die Zuhörer konnten dabei mit einer hohen Treffgenauigkeit unterscheiden, ob es sich um Freunde oder Fremde handelte, schreiben die Forscher, zu denen Stefan Stieger vom Department für Psychologie der Universität Wien gehört, in dem Artikel.

Dabei gab es Unterschiede, je nach Geschlecht der Lachenden. Weibliche Freunde wurden am Lachen öfter erkannt als männliche. Und dass Männer einander fremd waren, konnten die Zuhörer häufiger richtig einschätzen als bei Frauen. Außerdem zeigten sie eine generelle Tendenz, miteinander lachende Frauen als Freunde einzuschätzen.

Welche Unterschiede es gab

Neben den Reaktionen der Zuhörer - die teilweise vom freundschaftlichen Lachen angesteckt wurden und wiederum die Wissenschafter zum Mitlachen brachten - untersuchten sie in der Studie auch das Tonprofil der Lachsequenzen. Als freundschaftlich eingestufte Lacher hatten zum Beispiel eher kurze "Rufe" und weniger gleichmäßige Tonhöhen, was eher als spontan assoziierte Eigenschaften gewertet wird. Durchs Zuhörern könne man also rasch den Grad der Zugehörigkeit von zwei Menschen einschätzen, was für Personen, die neu zu einem Paar oder einer Gruppe dazukommen, evolutionär von Vorteil ist, so die Forscher.

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