Wie die Umwelt das Erbgut beeinflusst
Was wir an unsere Kinder weitergeben, beeinflusst auch noch deren Enkel und Urenkel. Forscher wissen mittlerweile, dass Umwelteinflüsse (auch psychischer Stress wie z. B. Traumata) das Erbgut dauerhaft verändern können und so die Gesundheit der Nachkommen beeinträchtigen – das Forschungsgebiet heißt Epigenetik.
Das Ganze passiert ohne eine Veränderung der DNA-Buchstabenfolge, es werden jedoch einzelne Gene ab- bzw. angeknipst. Der US-Biologe Michael K. Skinner beschreibt etwa in der Juli-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft, dass seine Studien an Mäusen und Ratten belegen, wie zum Beispiel Agrochemikalien (synthetische Dünger) oder Kerosin das Erbgut verändern.
Folgen
Als mögliche Folgen nennt Skinner Krankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen. Das Erstaunliche für den Forscher: Die DNA-Sequenz der Tiere blieb gleich. Wenn diese Epimutationen aber in Eizellen und Spermien auftreten, bleiben sie dort fest eingebaut und werden an spätere Generationen übertragen. Wissenschaftler vermuten, dass etwa die starke Zunahme an Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Krankheiten das Ergebnis von Umweltgiften wie DDT und Dioxin ist, mit denen die Eltern oder Großeltern über Jahrzehnte hinweg in Kontakt kamen. Und sie vermuten ebenfalls, dass Kriegs- oder Terror-Traumata weit über Generationen hinweg wirken können. Das zeigte sich im Mausmodell – etwa an Veränderungen des Stoffwechsels.
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