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Leben
09/26/2018

Warum in England jetzt leere Chips-Sackerl verschickt werden

Britische Umweltschützer verschicken aus Protest nicht wiederverwertbare Verpackungen der Chipsmarke Walkers.

In der britischen Post tummelt sich aktuell Ungewöhnliches: Nach einem Aufruf der gemeinnützigen Organisation 38 Degrees landen Chips-Sackerl in öffentlichen Postbriefkästen. Ziel der Aktion ist, gegen die nicht wiederverwertbaren Verpackungen des britisch-irischen Lebensmittelherstellers Walkers zu protestieren und ein Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit zu erwirken.

#PacketInWalkers

Auf der Website der Organisation, die sich dem politischen Aktivismus verschrieben hat, wird Interessierten zudem geraten, Bilder ihrer Sendungen unter dem Hashtag #PacketInWalkers auf Social Media zu teilen. So soll eine öffentliche Plattform für den Protest geschaffen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass 38 Degrees Walkers ins Visier nimmt. Bereits im April dieses Jahres forderte man im Rahmen einer Petition umweltschonendere Verpackungsalternativen. Damit reagierte die Organisation auf den Fund von zahlreichen Chips-Verpackungen der Marke im Zuge eines Beach-Cleanups (Aufräumaktionen an Küsten und Stränden, Anmerkung der Redaktion) an britischen Stränden. Unterschrieben wurde die Petition von rund 150.000 Personen. Walkers kündigte daraufhin an, sämtliche Verpackungen bis 2025 aus recycelbarem Material herzustellen.

Postdienst warnt

Royal Mail, der nationale Postdienst im Vereinigten Königreich, ist gesetzlich dazu verpflichtet, die mit Adressaufkleber versehenen Verpackungen zuzustellen. Das Unternehmen ersucht die Bevölkerung allerdings, von einer Teilnahme an der Protestaktion abzusehen: "Wir raten Kunden dringend, nichts in das Postsystem einzuschleusen, das nicht ordentlich verpackt ist", sagte ein Sprecher der BBC. Die Chips-Sackerl seien keine herkömmlichen Sendungen und würden die Maschinen blockieren. Daher müssten diese händisch sortiert werden, was einen enormen Zeitaufwand bedeute.

Komplexes Verpackungsproblem

Im Interview mit der BBC erklärt Susan Selke, Verpackungsexpertin und Leiterin der School of Packaging an der Michigan State University, dass Chips, wie etwa jene der Marke Walkers, in der Regel in mit Aluminium überzogenem Kunststoff verkauft werden. Das Aluminium, sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite deutlich zu erkennen, ist auf das Trägermaterial lediglich hauchdünn aufgedampft. Der weit überwiegende Anteil der Verpackung besteht aus Kunststoff.

Eine umweltfreundliche Verpackungslösung sei nicht einfach umzusetzen, da Chips luftdicht verpackt werden müssen, um ihre Haltbarkeit optimal zu gewährleisten. Um Kartoffelchips frisch und knackig zu halten, könnten Selke zufolge theoretisch auch dickere Verpackungen verwendet werden, was wiederum zu einem höheren und ebenfalls umweltschädlichen Materialverbrauch führen würde.

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