Umfrage: Homophobie bei Sportevents weit verbreitet

85 Prozent glauben, dass Schwule und Lesben im Stadion "nicht sehr sicher" sind.
Ein lächelnder Fußballspieler von LA Galaxy jubelt neben dem Maskottchen Cozmo.

Erstmals haben sich Wissenschaftler auf internationaler Ebene mit dem Thema Homophobie und Sport auseinandergesetzt. Die 9500 Teilnehmer der Online-Umfrage "Out on the Fields" kamen aus dem Vereinigten Königreich, Irland, Nordamerika, Kanada, Neuseeland und Australien. Ein Viertel bezeichnete sich selbst als heterosexuell.

Die Ergebnisse zeigen, dass Homophobie, also Diskriminierung von Homosexuellen, im englischen Sport weit verbreitet ist: 85 Prozent der Teilnehmer aus dem UK glauben demnach, dass Schwule und Lesben auf der Zuschauertribüne nicht sehr sicher seien. Trotzdem bekennen sich mehr schwule und lesbische Sportler zu ihrer Homosexualität als je zuvor.

Nur ein Drittel geoutet

60 Prozent der schwulen Männer und 54 Prozent der lesbischen Frauen gaben an, persönlich mit Homophobie konfrontiert worden zu sein. Nahezu die Hälfte der homosexuellen Männer, die nicht in einem Sportverein sind, sei bereits im Turnunterricht an der Schule durch homophobe Erlebnisse "entmutigt" worden. Nur ein Drittel der homosexuellen Studienteilnehmer, die in einem Sportverein sind, gab an, sich im Team geoutet zu haben.

LA-Galaxy-Spieler Robbie Rogers, der offen zu seiner Homosexualität steht, sagte: "Es ist sehr enttäuschend, dass die überwiegende Mehrheit die Studienteilnehmer, inklusive der vielen Heterosexuellen, denken, dass eine offen schwule, lesbische oder bisexuelle Person als Zuseher nicht sicher ist. Das ist nicht akzeptabel - jeder sollte Sport genießen können." Er fordert "Zero Tolerance" für "hasserfüllte Sprache auf und neben dem Spielfeld", etwa Geldstrafen oder Stadionverbot. Auch Ian Rivers, Professor an der Brunel University London, findet strengere Maßnahmen sinnvoll: "Die Studie macht klar, dass noch viel mehr gegen Homophobie getan werden muss."

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