Sonde entdeckt Lava-Flut auf Merkur

Bis zu zwei Kilometer dickes, erstarrtes Gestein hat riesige Ebene auf sonnennächstem Planeten geformt.

Die Raumsonde Messenger hat neue Erkenntnisse über Merkur gewonnen, den innersten Planeten des Sonnensystems. Im Orbit rund um den Merkur ist Messenger damit beschäftigt, die Struktur und chemische Zusammensetzung der gesamten Oberfläche aufzuzeichnen. Die Raumsonde wurde im August 2004 gestartet und musste sowohl die Erde als auch die Venus mehrmals umrunden, um die ideale Flugbahn für das Einlenken in den Merkur-Orbit zu erreichen. Messenger soll viele Rätsel rund um den sonnennächsten Planeten lösen, beispielsweise wie sein Magnetfeld zustande kommt oder warum er Röntgenstrahlen aussendet. Bisher glaubte man, der Merkur (re.) sei dem Mond (li.) sehr ähnlich. Neue Erkenntnisse zeigen aber, dass der Planet doch große Unterschiede zum Erdtrabanten aufweist. Die neueste Entdeckung ist eine riesige Ebene, die sechs Prozent der Planeten-Oberfläche einnimmt (im Bild schwarz umrandet). Sie ist durch Lava-Ströme aufgrund vulkanischer Aktivität entstanden. An einigen Stellen bildet das nun erstarrte Vulkan-Gestein eine bis zu zwei Kilometer dicke Schicht. Laut den Messenger-Fotos sind in dieser Lava-Ebene auch relativ wenige Krater vorhanden. Die geologische Zone dürfte also relativ jung sein. An einigen Stellen erkennt man auch, dass flüssige Lava bereits vorhandene Krater aufgefüllt hat, wie hier links unten zu sehen ist. Der Krater rechts ist quasi frisch. Auf einigen Bildern sind erstarrte Lava-Ströme zu sehen, die ähnlich Gletschern Rinnen in der zerfurchten Umgebung geschaffen und glatte Landschaften gebildet haben. Messenger konnte auch große Flächen mit Hohlräumen (blau) um Krater entdecken - ein weiterer Hinweis auf Vulkanismus. Auf diesem Bild erkennt man schwarzes Gestein am Hang eines Kraters. Dabei handelt es sich um erstarrte Lava, die aus Asteroiden-Einschlagslöchern ausgetreten ist. Welche Krater am Merkur zuletzt enstanden sind, lässt sich klar an deren Farbe erkennen. Jüngere Einschläge sind als weiße Flecken mit strahlenförmigen Auswurfzonen sichtbar. Durch das radikale Merkur-Wetter mit Temperaturen zwischen minus 150 und plus 420 Grad werden Krater mit der Zeit dünkler. Die meisten Oberflächen-Auffälligkeiten auf dem Merkur werden übrigens nach berühmten Künstlern benannt. Für die Namensgebung ist die internationale Astronomie-Organisation IAU zuständig. Eine der Ebenen am Merkur ist beispielsweise nach dem Maler Albrecht Dürer benannt.
(KURIER.at / dav) Erstellt am
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