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Alles Mozart: Mythen und Orte in Salzburg

Die Festspielstadt feiert wieder ein Mozart-Jubiläum. Eine Spurensuche, wo der Star einst selbst getanzt, getrunken und gefeiert hat.

Heuer feiert Salzburg Wolfgang Amadeus Mozarts 270. Geburtstag. Lebendig bleibt sein Vermächtnis in Ausstellungen, Inszenierungen und Konzerten: überall dort, wo Mozart gelebt, gewirkt, gefeiert und getanzt hat. Denn Tanzen war der Lieblingszeitvertreib des Mode-Aficionados. Auf Maskenbällen, Theaterfesten und privaten Partys war er gern gesehener Gast und als guter Tänzer besonders beim Menuett sehr geschätzt. 

„Er war Superstar, er war so populär. Er war zu exaltiert, genau das war sein Flair.“

So heißt es in Falcos Hymne Amadeus, die dieser 1985 gemeinsam mit den holländischen Bolland-Brüdern verfasst hat. In der Stadt an der Salzach ist alles auf das Musik-Genie ausgerichtet. Wolferl, so sein Spitzname, war klein gewachsen, rauchte Pfeife und genoss Punsch. Er hatte Blattern-Narben im Gesicht und wurde in Porträts von der Seite dargestellt. Im Café Tomaselli, am Alten Markt 9, trank er gern süße Mandelmilch. Den Kaffee verspottete er als „Brennsuppe“.

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Mozart.

©Karl Kaltenegger

Unweit davon liegt das Geburtshaus in der Getreidegasse 9. In den Original-Wohnräumen der Familie zu sehen sind die Kindergeige, Clavichord sowie das Konzertklavier.

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©Grafik

Ein kurzer Spaziergang führt über die Staatsbrücke auf die andere Seite der Salzach zum Wohnhaus (früher hieß es Tanzmeisterhaus) am Makartplatz 8. Das Domizil ist fünfhundert Quadratmeter groß und verfügt über einen eigenen Konzertsaal. Im Innenhof: das Zauberflötenhäuschen. Betreut wird alles von der Stiftung Mozarteum. Aus der Zauberflöte sieht man das blaue Samtkleid der Königin der Nacht, verziert mit funkelnden Kristallen. Oder das Clavichord mit Tintenflecken, auf dem die Zauberflöte entstanden ist. Die meistgespielte Oper der Welt! „Er hatte Schulden, denn er trank, doch ihn liebten alle Frauen. Und jede rief:

,Yeah, Come on and rock me, Amadeus‘.“

Amadeus hatte keine Affären. Er liebte seine Frau Constanze über alles. Er konnte nicht mit Geld umgehen. Teuer waren die französische Mode oder die Kuren seiner Frau, die achtzig Jahre alt wurde. Sport betrieb er keinen. Aber Billard, Kegeln und das Kartenspielen waren ein willkommener Ausgleich zu seiner exzessiven Arbeit. Die Familie war Mitglied der „Bölzlschützen-Compagnie“. Beim Scheibenschießen verwendete man Bölzl mit Stahlspitze und Schweineborsten. Mit einer sogenannten Windbüchse schoss man aus zehn Metern Entfernung auf bemalte, ein Meter große Holz- oder Papier-Scheiben.

Der Künstler liebte die Geselligkeit in der einstmaligen Stiegl-Brauerei in der Gstättengasse. 1492 erstmals urkundlich erwähnt, gilt sie als Salzburgs älteste Brauerei: „Das Prewhaus bey dem Stieglein auf der Gstätten“. Der Name leitet sich von jener Stiege ab, die damals hinunter zum Almkanal führte, der die Stadt mit frischem Trinkwasser aus der Königsseer Ache versorgte. Seit dreißig Jahren führt die Stiegl-Brauwelt in der Bräuhausstraße 9 diese Tradition fort. Wer mag, nimmt an einer Brauwelt-Führung teil. Wenn gewünscht mit Verkostung.

„Rock me all the time to the top.“

Wer lieber in der Innenstadt seinen Hunger und Durst stillen will, dem sei das Sternbräu in der Griesgasse 23 empfohlen. Erstmals erwähnt wurde es 1542 mit dem Zunftzeichen der Brauer: einem Stern. Zwei Gastgärten und vier Lokale sind geöffnet: In der Sternen-Lounge gibt es häppchenweise alpine Kulinarik. Hier werden österreichische Tapas serviert, mit Stern-Bier in Bio-Qualität von Stiegl gebraut.

Empfehlenswert ist auch das geschichtsträchtige Stiftskulinarium St. Peter, im Sankt-Peter-Bezirk 1/4. Das älteste Restaurant Europas wurde im Jahr 803 erstmals erwähnt. Hier kann man Haubenküche genießen. Mozart-Dinner-Konzerte werden für Touristen angeboten: mit Speisen von früher, Instrumenten und Kleidung der Musiker aus der Zeit Mozarts.

„Er war ein Virtuose, war ’n Rockidol. Und alles rief: ,Yeah, come and rock me, Amadeus‘.“

Am Ende des Stadtspaziergangs könnte man sich beim Balkan-Grill, Getreidegasse 33, im Durchgang zum Universitätsplatz 2, mit einer Original Salzburger Bosna stärken. Hier herrscht meist reges Treiben. Die Bosna wurde 1949 von einem Bulgaren kreiert. Der Name entstand durch ein Missgeschick. Ein Schriftenmaler sollte Bosa (ein bulgarisches Getränk) schreiben. Bosna stand fälschlicherweise auf der Werbetafel. Kurzum nannte Zanko Todoroff so seinen legendären Hotdog. Das Rezept: zwei Stück Bratwürste, ein Bosnaweckerl leicht angetoastet, Zwiebeln, Petersilie und eine Curry-ähnliche Gewürzmischung nach Geheimrezept. Falls gewünscht ergänzt mit Senf.

„Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt. Es war in Wien, war Vienna, wo er alles tat.“

Zur Einordnung. Salzburg hatte damals sechzehntausend Einwohner. Wien dagegen bereits dreihunderttausend. Mozart wollte nicht bei erzbischöflichen Veranstaltungen aufspielen oder Schülerinnen Unterricht geben. Er wollte Opern schreiben. Deswegen zog es ihn magisch nach Wien.

Allzu früh verstarb er hier mit fünfunddreißig Jahren.

Infos

Anreise
Mit   den ÖBB und der Westbahn gut erreichbar, zum Beispiel von Wien in 2 Stunden, salzburg.info/de/salzburg

Übernachten 
Das zentral gelegene Sheraton Grand Salzburg liegt nur elf Gehminuten vom Bahnhof entfernt (Auerspergstraße 4), marriott.com/de/hotels

Rooftop Bar 
Coole Drinks, feines Essen und Blick auf die Festung in der Imlauer Skybar. Rainerstraße 6. imlauer.com/imlauer-sky-bar-restaurant 

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