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Geheimtipp: Wo der Lungau ganz ursprünglich und still ist

Kühle Nächte und kein Massentourismus: Was einen im Lungauer Lignitztal erwartet.
Murmeltiere im Lignitztal.

Zusammenfassung

  • Der Lungau im Süden Salzburgs bietet sonnige Höhenlage, kühle Nächte, viele Wandermöglichkeiten und trotz seiner Bekanntheit keinen Massentourismus.
  • Das stille Lignitztal gilt als besonders ursprünglich und führt auf einer rund 2,5-stündigen Wanderung zum hoch gelegenen Lignitzsee inmitten blühender Almwiesen und eindrucksvoller Bergkulisse.
  • Auch die anderen Hochtäler des Lungaus – Weißpriachtal, Göriachtal und Lessachtal – stehen für unberührte Natur, besondere Landschaftsformen und mit etwas Glück Begegnungen mit Murmeltieren.

Als Geheimtipp kann man den Lungau eigentlich nicht mehr bezeichnen. Dass es sich im südlichsten Gau Salzburgs, eingebettet zwischen den Niederen Tauern und den Kärntner Nockbergen, gut urlauben lässt, hat sich inzwischen herumgesprochen: Hier gibt’s den sonnenreichsten Ort Österreichs (Mariapfarr), dank der Höhenlage (um die 1.000 Meter) angenehm kühle Nächte sowie unzählige Wandermöglichkeiten. Vor allem aber keinen Massentourismus.

Besonders augenfällig wird das, wenn man in das ein bisschen versteckte Lignitztal aufbricht. Vor zwanzig Jahren verkehrte hier noch ein Tälerbus, mittlerweile muss man sich das Tal zur Gänze zu Fuß erwandern – was es zu einem der ursprünglichsten und stillsten des Lungaus macht. Die Strecke startet beim Wielandhof als bequemer Güterweg. Nach etwa einer Stunde zweigt rechts ein steiler ansteigender Pfad ab. Durch lichte Lärchenwälder geht es bergauf, oberhalb der Baumgrenze erreicht man eine Hochebene mit blühenden Almwiesen. Dann, nach einer letzten Steilstufe und 2,5 Stunden Gehzeit, taucht unvermutet der Lignitzsee auf. Zum Baden ist er selbst im Hochsommer zu kalt (er liegt auf 1.965 Metern), doch man kann sich kaum sattsehen an seinem glitzernden Wasser und der Bergkulisse. Was man hier vergeblich sucht: eine Schutzhütte. Mehr Erfolg könnte man bei der Suche nach speziellen Bewohnern des Hochtals haben – so wie der Autor dieser Zeilen, der im vergangenen Sommer die beschriebene Tour absolvierte. Die Hauptdarsteller des nicht alltäglichen Spektakels, das sich ihm knapp unterhalb des Sees bot: die vier Mitglieder einer Murmeltier-Familie, die sich trotz der ungewohnten menschlichen Präsenz nicht stören ließ und minutenlang vor der gezückten Kamera und dem verzückten Wanderer ihren Spielchen nachging.

Wo die Longa mäandert

Talwanderer kommen im Lungau auch sonst auf ihre Rechnung. Drei weitere Hochtäler verlaufen parallel zum Lignitztal: Das durch den Tälerbus erschlossene Weißpriachtal beeindruckt durch die Mäander der Longa (der der Lungau vermutlich seinen Namen verdankt), das enge Göriachtal durch die Flanke des hoch aufragenden Hochgollings, das Lessachtal durch die vielen Bergseen, die von ihm aus zu erreichen sind.

Was man in allen Tälern finden kann: unberührte Natur, keine Menschenmassen und – mit Glück – das eine oder andere Murmeltier.

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