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Flusskreuzfahrtschiffe im Hotel-Duell: Luxuriös versus berühmt

Wasser-Hotels: Ein Viersterneplus- gegen das bekannteste Donau-Schiff.

MS Charles Dickens

Ein Bucket-List-Moment: im Liegestuhl auf dem Oberdeck in die Sonne blinzeln, während Weinbergterrassen und Burgen in der Landschaft gemächlich vorüberziehen. An Bord der MS Charles Dickens mit GTA Touristik unterwegs auf Rhein und Mosel, ist großes Entertainment. Auf kurzen Wegen geht’s von der Kabine mit Balkon oder bodentiefen Fenstern zu täglich neuen Outdoor-Zielen.

Flusskreuzfahrten haben ihren eigenen Reiz: eine Komfortzone, 110 x 11,4 Meter für überschaubare 150 Passagiere. Das schwimmende Hotel fährt mit und erspart einem beim Ortswechsel lästiges Kofferpacken. Unterwegs immer mitten durchs Land statt drumherum, ist die "Dickens" zugleich Fortbewegungsmittel, Restaurant und Ausflugsschiff. Und seekrank wird auch niemand, denn am Fluss geht es sanft und geruhsam zu.

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An Bord der MS Charles Dickens

©Gta touristik

Leinen los nach dem Stadtbummel

Was ist die Attraktion einer River-Cruise-Kombi aus Städtetrip und traditioneller Kreuzfahrt? Jeden Tag beim Bummeln an Land Neues zu entdecken und den hektischen Alltag im Kielwasser zu versenken. Viel Abwechslung und herrliche Aussichten zu erleben, in einer Geschwindigkeit, bei der sich alles maximal entspannt genießen lässt.

Spätestens in der Lounge mit Panoramafenstern an der Bar beim Riesling verfestigt sich die Erkenntnis des "David Copperfield"-Romancier Dickens: "Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen."

von Werner Rosenberger

MS Nestroy

Am aufregendsten ist das sanfte Entschlummern. Wenn es auf der Flussreise warm genug ist, um die kabinenhohe Glastüre über Nacht offen zu haben, kann man mit dem Kopf am Polster auf das mondglitzernde Wasser starren, das neben einem vorbeizieht, bis die Augen zufallen. Und dafür ist man am besten gar nicht im höchsten Deck untergebracht, sondern in der Mitteletage.

Die wachen Stunden (meist die Mehrzahl) verbringt man auf dem bekanntesten Donauschiff MS Nestroy in Salonmöbeln (vor allem dort, wo man durch das Panoramafenster in Fahrtrichtung sieht) oder ohnehin nicht an Bord – die berühmte Strecke zwischen Linz/Wien und dem Donaudelta bietet großartige Sehenswürdigkeiten und Ausflüge.

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Das Sonnendeck der MS Nestroy

©Christian Stemper/GTA Touristik

Platz an der Sonne 

Das Top-Sight "Eisernes Tor" muss aber vom Sonnendeck aus betrachtet werden! Die zuletzt 2024 renovierte (mit Doppelbetten ausgestattete) Nestroy ist 125 Meter lang, 11,45 breit und vier Decks hoch (6 Meter) – benannt nach den Schriftstellern Grillparzer (unten mit Oberlichten), Schiller (auf Wasserniveau – das Einschlaferlebnis!) und Goethe oben.

Darüber ist nur das Sonnendeck mit bequemen Loungemöbeln und exquisiter "Open Air Grillerei" für bis zu 40 Gäste. Für Brückendurchfahrten wird oft der Aufbau des Schiffes von Reling bis Sonnensegel umgelegt, der Kapitänssitz ins Schiff versenkt. Ein Abenteuer, aber nur das zweitaufregendste, siehe Anfang.

Von Axel Halbhuber

Axel Halbhuber

Über Axel Halbhuber

Ich habe mir unter den Zweigen des Schreibens den Journalismus ausgesucht, um nicht über mich schreiben zu müssen. Und jetzt schreibe ich hier Zeilen zu meiner Vita. Es gibt im Leben Wichtigeres, das es zu beschreiben gilt. Eben das macht diesen Job spannend: gestern ein Interview mit den Klitschko-Brüdern, heute eine Reportage in einem Dorf für Demenzpatienten, morgen das Porträt über die wahre Biene Maja. Leben ist Vielfalt, auch das Berufsleben. Daher habe ich im Journalismus vieles gemacht: Wirtschaftszeitung bis Männermagazin, Online-Ressortleitung bis Gratismedium-Chefredaktion, Sportressort bis Societymagazin, Österreichwanderung bis Weltreise. Und bei aller Vielfalt ist das Reisen doch zu einem Steckenpferd geworden, auch durch meine Bücher „Ich geh dann mal heim“, „Einfach eine Weltreise“ und "Reisen ist ein Kinderspiel". Aber am wichtigsten war die Biografie über Helmut Kutin: "Wie aus einer zerstörten Kindheit ein gutes Leben wurde." Das muss wirklich jeder lesen!!!!

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