Profilfotos: Zu schön, um wahr zu sein
Ein Wisch und schon bist du weg - wer nicht gefällt, wird auf der Dating-App Tinder einfach mit dem Finger weggeklickt. Ein attraktives Profil-Bild entscheidet bei derartigen Online-Verkupplungs-Portalen, ob es zu einem Treffen kommt, oder nicht. Um die Chancen zu erhöhlen, wird zur Not auch nachgeholfen - mit viel Make-Up und gestylter Frisur. Makel wie Doppelkinn oder unebener Teint werden via Photoshop oder Instagram-Filter beseitigt. Forscher der University of Connecticut wollten nun wissen, ob sich dieser Aufwand auch lohnt: Sie stellten sich der Frage, ob Frauen und Männer die optimierten Fotos tatsächlich schöner finden und diese auch glaubwürdig halten.
Verschönert
Für die Studie wurden 305 Probanden zwischen 17 und 36 Jahren gebeten, ein Profilfoto des anderen Geschlechts zu bewerten. Alle Teilnehmer erhielten das Foto einer Frau bzw. eines Mannes jeweils in zwei Versionen: Einmal normal belichtet und schlicht. Das zweite Foto war inszeniert und speziell beleuchtet, die abgebildete Person zudem stark geschminkt. Die Ergebnisse: Frauen bezeichnen das optimierte Foto als attraktiver, glaubwürdiger und vertrauenserweckend. Männer bewerteten das speziellere Foto ebenfalls als attraktiver, hielten es aber für weniger glaubhaft. Studienleiter Rory McGloin bezeichnet den Zusammenhang zwischen Attraktivität und Vertrauen als besonders interessant: "Vertrauen spielt im Kontext von Dating und der Entwicklung von neuen sozialen Beziehungen eine wichtige Rolle" Aber: "In der Welt des Online-Datings ist es inzwischen normal und auch gesellschaftlich akzeptiert, potentielle Partner zunächst zu täuschen." Trotzdem sind die offensichtlich bearbeiteten Fotos vor allem für die Männer kein Grund, die Frau deshalb nicht kennenlernen zu wollen. Ganz im Gegenteil: "Auch wenn ein Mann den Verdacht hat, dass die Frau in der Realität womöglich nicht so gut aussieht wie auf dem Foto, ist er bereit, dieses Risiko einzugehen", sagt McGloin.
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