Leben
07.12.2018

Postamt Christkindl, Caritas: Wo Briefe ans Christkind eintreffen

Advent-Rituale, Teil 7: Den Brauch von weihnachtlichen Briefen gibt es heute in vielen Formen.

Traditionell und modern. Die ersten Wunschzettel waren im 18. Jahrhundert „Weihnachtsbriefe“ der Kinder an ihre Eltern – in denen sie ihnen danken mussten. Um 1850 brachte die deutsche Spielwarenindustrie die Vorläufer der heutigen Wunschzettel auf – Hersteller und Händler bedruckten Blätter mit ihrem Angebot, die Kinder markierten ihre Wünsche. Erst um 1880 wurden Wunschzettel an Christkind und Weihnachtsmann üblich.

Heute schreiben jedes Jahr Hunderte Kinder Briefe an das „ Christkindl“ im Postamt Christkindl in Steyr. „Die Kinder äußern darin nicht nur materielle Wünsche“, sagt David Weichselbaum von der Post AG. „Es gibt auch viele immaterielle Wünsche – viele sehnen sich nach Frieden und Gesundheit, aber auch der Wunsch nach einer Welt mit weniger Plastikmüll wurde schon geäußert.“ Jeder Kinderwunschbrief ans Christkind, der direkt ans „Christkindl Postamt Christkindl, 4441 Steyr“ geschickt wird, wird individuell beantwortet.

Insgesamt werden jährlich rund 1,8 Millionen Briefe über das Sonderpostamt geleitet. Für den begehrten Christkindl-Stempel muss man aber nicht eigens zum Postamt anreisen: Die Zusatzmarke "Über Postamt Christkindl" ist in jeder Postfiliale erhältlich. Frankierte Weihnachtspost mit dieser Zusatzmarke muss man unbedingt am Postschalter aufgeben (nicht in den Briefkasten werfen). Diese Briefe werden dann an das Postamt Christkindl weiter geleitet, mit dem entsprechenden Sonderstempel versehen und den Empfängern zugestellt.

Caritas sucht noch "Christkindln"

Eine moderne Form einer Christkindlbriefaktion hat die Caritas ins Leben gerufen: Einige tausend Menschen sind dabei jährlich „Christkind für Menschen in Not“. Unter www.caritas-wien.at/christkindl gibt es noch unerfüllte Wunschbriefe von Bewohnern aus verschiedenen Einrichtungen der Erzdiözese Wien – etwa aus dem Haus Miriam, von Gästen der „Zweiten Gruft“, Besucherinnen des Frauenwohnzentrums im zweiten Bezirk, Bewohnern des Haus St. Josef in der Bernardgasse oder auch geflüchteten Menschen, die im Karwan Haus leben.