Orion - Raumkapsel mit Mars-Potenzial

Lockheed Martin bastelt an einem Raumfahrzeug für Weltall-Expeditionen, die weiter als bisher gehen sollen.

Das neueste Projekt des Rüstungs-, Luft- und Raumfahrt-Konzerns Lockheed Martin nennt sich Orion und ist ein Raumfahrzeug für Missionen im tiefen Weltall ("Deep Space"). Orion soll laut dem Hersteller eine Reihe von Missionen durchführen, die wie Trittsteine ("Stepping Stones") zu einem großen Ziel führen sollen: Dem Mars. Orion besitzt dieselbe, offenbar bewährte, Form wie die Mercury- und Apollo-Raumkapseln in den 60er- und 70er-Jahren. Ein Kegel für vier Passagiere. Nach dem geplanten Ruhestand der Space Shuttles könnte Orion auf dafür eingesetzt werden, den Transport zwischen Internationaler Raumstation ISS und der Erde zu übernehmen. Bei der Entwicklung von Orion legt Lockheed Martin den großen Schwerpunkt auf Crew-Sicherheit. Die Hülle ist äußerst robust konstruiert... ... und mit einem dicken Hitzeschild gegen die hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Luftschichten der Erde ausgestattet. Um Orion zu testen... ... wurde in Colorado eine eigene Versuchs-Einrichtung konstruiert. Das Space Operations Simulation Center ist eine 3.800 Quadratmeter große Halle, in der Roboter-Arme, Landemanöver... ... oder Andockvorgänge ausprobiert werden, und zwar mit 1:1-Modellen. Hier wird das Andock-System STORRM angewandt, welches bei der nächsten Space-Shuttle-Mission bereits unter realen Umständen getestet werden soll. Im Labor werden auch Modelle von Asteroiden-Oberflächen geschaffen, denn Orion soll im Zuge seiner Stepping Stones auch erstmals Menschen auf einen Asteroiden bringen. Orion wird als Gesamtsystem zur Beförderung auf einer Trägerrakete entwickelt. Hier sieht man die Raumkapsel und ein angeschlossenes Versorgungs- und Antriebs-Modul mit aufgeklappten Sonnensegeln. Zur Verbindung mit der Trägerrakete dient der so genannte "Spacecraft Adapter" (li.) welcher im Orbit abgeworfen wird. Über die Raumkapsel ist beim Start eine Glocke mit riesiger Spitze montiert. Dabei handelt es sich... ... um ein Startabbruch-System. Hier wird dieses getestet. Im Falle von Gefahr während des Startvorgangs zünden Raketen, deren Austrittsdüsen um den spitzen Schaft angeordnet nach schräg unten weisen. Hier sieht man einen Test dieser Startabbruch-Raketen (allerdings nach oben weisend). Einmal gezündet schießt das Startabbruch-Modul inklusive Raumkapsel nach oben und weg von der Trägerrakete. In sicherer Entfernung auf ca. zwei Kilometer Höhe wird die Kapsel abgeworfen und landet danach wie bei einer planmäßigen Rückkehr zur Erde, gebremst durch Fallschirme,... ... entweder im Wasser... ... oder an Land. In dem Fall dienen dicke Luftpölster quasi als Airbag. Nach der Landung auf festem Boden verlieren diese ihr Volumen. Bei dieser Simulation liegt der Landeplatz der Kapsel auf der Erde,... ...doch in vielen Jahren könnte das Ziel der rote Nachbarplanet sein. 2013 soll Orion seinen ersten Testflug absolvieren. Für 2016 wird der erste bemannte Raumflug mit der neuen Raumkapsel eingeplant.

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(KURIER.at / dav) Erstellt am
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