AK-Umfrage: Eltern brauchen Omas für die Ferienbetreuung

Eltern haben zu wenig Urlaubstage für die Ferienbetreuung. Jede fünfte Familie muss deshalb getrennt wegfahren.
Ein Mädchen isst einen Nachtisch, während ein Cocktail und Gemüsesticks auf dem Tisch stehen.

Ohne Omas wären die Eltern aufgeschmissen, zeigt eine Befragug von L&R Sozialforschung im Auftrag der Arbeiterkammer. 88 Prozent der vollzeitbeschäftigten und 94 Prozent der teilzeitbeschäftigten berufstätigen Mütter brauchen in der Ferien private Hilfe bei der Betreuung ihrer Schulkinder.

Auf die Frage nach der jeweiligen Betreuungsform (Mehrfachnennungen möglich) nannten 50 Prozent der Vollzeitbeschäftigten und 58 Prozent der Teilzeitbeschäftigten die Großeltern, andere Verwandte oder Bekannte. An zweiter Stelle stehen andere Haushaltsangehörige, etwa der Partner ( Vollzeit: 48 Prozent, Teilzeit: 49 Prozent), an dritter Stelle die Befragten selbst ( Vollzeit: 33 Prozent, Teilzeit: 40 Prozent).

Am unteren Ende sind Hort (Vollzeit: 6 Prozent, Teilzeit: 3 Prozent), Ferienangebote der Schule (Vollzeit: 6 Prozent, Teilzeit: 4 Prozent) und organisierte Privatbetreuung (Vollzeit: 2 Prozent, Teilzeit: 3 Prozent). Insgesamt können nur acht Prozent der Vollzeitbeschäftigten und fünf Prozent der Teilzeitbeschäftigten durchgehend eine Betreuungseinrichtung für ihre Kinder nützen.

Sogar getrennt auf Urlaub

Das schlägt sich auf die Urlaubsplanung durch. 16 Prozent der Vollzeitbeschäftigten und 20 Prozent der Teilzeitbeschäftigten gehen nicht gemeinsam mit dem Partner auf Urlaub, damit immer jemand bei den Kindern ist. Insgesamt gehen sogar 40 Prozent der berufstätigen Eltern schulpflichtiger Kinder getrennt voneinander auf Urlaub, denn auch aus beruflichen Gründen ist oft kein gemeinsamer Familienurlaub möglich.

Wenn Eltern Betreuungsangebote für ihre Kinder in den Ferien nutzen, sind auch die Kosten höher als während des Schuljahrs. Im Schnitt zahlen die Familien wöchentlich 174 Euro für organisierte Freizeitangebote und 200 Euro für Angebote der Schule. Die Durchschnittskosten der Schulen werden durch Sportwochen oder Sprachreisen in die Höhe getrieben.

AK-Präsidet Rudi Kaske verlangt Unterstützung der Eltern bei der Kinderbetreuung in den Ferien. Die Arbeiterkammer setzt sich für leistbare Feriencamps und mehr öffentliche Betreuungsangebote ein. Ein Beispiel sind die Wiener Horte, die auch in den Ferien geöffnet haben. Bei Bedarf soll es nach den Vorstellungen der Arbeiterkammer auch Nachhilfe in der öffentlichen Ferienbetreuung geben.

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