Nokia N9 im Test

Das letzte MeeGo-Phone vor dem Umstieg Nokias auf Windows Phone 7 hat ambivalente Qualitäten.

Das Nokia N9 ist das erste und letzte Nokia-Smartphone mit dem Betriebssystem MeeGo. Der letzte Vertreter seiner Zunft wird höchstwahrscheinlich keinen Nachfolger haben. Nokia rüstet dann um auf Windows Phone 7. Die futurezone hat das Handy getestet. Hinter einem starken Design stecken beim N9 einige Mäkel, die den Abschied von MeeGo weniger schwer machen. Als vorteilhaft wird die Hülle des N9 aus griffigem Hartplastik empfunden. Das durch Gorilla-Glas geschützte AMOLED-Display besticht durch satte Farbwiedergabe und einer Auflösung von 854 mal 480 Pixel. Mit einer Diagonale von 3,9 Zoll ist das N9-Display etwas größer als jenes des iPhone 4 bzw. 4S (3,5 Zoll). Das Gehäuse ist mit 12 Millimetern zwar etwas dicker, was aber im Gebrauch kaum auffällt. Auf der Rückseite des N9 befindet sich eine 8 Megapixel Kamera, die auch Videos in HD 720p schießt. Die damit aufgenommenen Bilder lassen sich durchaus sehen. Zwei LED-Blitze sind relativ frontal ausgerichtet und können Bilder bei Dunkelheit schon mal schlimmer als ohne Blitz aussehen lassen. Positiv vermerkt werden die zahlreichen manuellen Einstellungs-Möglichkeiten beim Fotografieren. Der Fokus kann automatisch, per Gesichtserkennung oder per Touch-Wahl verstellt werden. Das Nokia N9 gibt sich äußerst Knopf-karg. Lediglich ein Standby-Schalter und ein doppelter Lautstärkeregler sind auf der rechten Seite vorzufinden. Hier sieht man die Geräte-Unterseite. Kein Anschluss zu sehen. An der Oberseite sieht man einen 3,5 Millimeter Klinkenstecker-Anschluss, etwa für die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer. Daneben lässt sich per Druck... ... ein Mini-USB-Anschluss zum Laden und Datenaustausch enthüllen. Daneben wiederum befindet sich der Schacht für die Mikro-SIM-Karte. Durch das Fehlen eines Home-Buttons steuert man beim Nokia N9 und dessen MeeGo-Betriebssystem viel über Wisch-Bewegungen. Hier sieht man den Lock-Screen, dessen Bild man austauschen kann, auch wenn die Einstellung dafür nicht ganz unkompliziert ist. Dahinter gelangt man zu... ... drei parallelen Homescreens. Einer ist für Feeds und Benachrichtigungen da, einer für Apps und der dritte zeigt die gerade geöffneten Apps und Webseiten. Bei Bedarf kann man per Knopfdruck alle laufenden Programme schließen. In einer App minimiert man durch Wisch-Bewegungen von Rand zu Rand, was hie und da auch unabsichtlich passieren kann. Der Standby-Screen zeigt die Uhrzeit und Symbole für eingegangene SMS, E-Mails oder sonstige Benachrichtigungen. Die gängisten Social-Network-Apps sind beim N9 an Bord, ebenso wie Angry Birds und Ovi Maps, ein Kartenservice, der auch öffentliche Verkehrsmittel für die Routenplanung gut einbezieht. Als sehr angenehm wurde beim Test die N9-Touchscreen-Tastatur empfunden - vor allem bei horizontaler Haltung. Im Keyboard sind Umlaute enthalten. Das Keyboard kann auf andere Sprachversionen umgestellt werden. Copy and Paste funktioniert nur sporadisch. Fazit: Das Nokia N9 hätte hardwaremäßig viel Potential, kann aber durch teils umständliche Bedienung und kleinere Versäumnisse nicht überzeugen. Der Prozessor scheint trotz 1 GHz und 1 GB RAM mit Anwendungen teilweise überfordert. Apps sind ob der trüben Zukunftsaussichten von MeeGo äußerst rar.
(futurezone / dav) Erstellt am
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