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12/05/2011

Nokia baut weitere Stellen ab

Handy-Hersteller schließt Werk in Rumänien. 3.500 Jobs gestrichen. Weitere Schließungen stehen bevor.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia will Arbeitsplätze in Deutschland, Rumänien und den USA abbauen. Bis Ende kommenden Jahres werde der Konzern 3.500 Stellen streichen, teilte Nokia am Donnerstag in Helsinki mit. Der Produktionsstandort im rumänischen Cluj solle zum Ende dieses Jahres geschlossen werden. Daneben plane das Unternehmen, seine Standorte in Bonn und in Malvern (USA) "zum Ende des kommenden Jahres zu schließen". Österreich sowie die von Österreich betreuten südosteuropäischen Länder seien von dem Jobabbau nicht betroffen, erklärte eine Nokia-Sprecherin auf APA-Anfrage.

Wie viele Arbeitsplätze in Bonn von der Schließung betroffen sein werden, konnte ein Nokia-Sprecher zunächst nicht beziffern. Das Werk in Rumänien, in das 2008 unter scharfer Kritik die Handy-Produktion aus Bochum verlagert wurde, wird dichtgemacht. 60 Mio. Euro wurden in sie investiert. Allein mit der nun angekündigten Schließung fallen 2.200 Jobs weg. Weitere 1.300 Stellen seien von einem Umbau der Software-Entwicklung betroffen. Allerdings hält Nokia daran fest, dass Berlin neben Boston und Chicago ein zentraler Standort für die Dienstleistungssparte Location & Commerce ist. Deshalb gehe Nokia davon aus, dass die Mitarbeiterzahl in Deutschland auf längere Sicht steigen werde, sagte ein Nokia-Sprecher.

Der nun verkündete Arbeitsplatzabbau kommt zu den Einsparungen hinzu, die das Unternehmen bereits im April bekanntgegeben hatte. Damals hatte Nokia mitgeteilt, 4.000 Stellen abzubauen und 3.000 auszulagern. Der Konzern deutete bereits weitere Stellenstreichungen für das kommende Jahr an: Nokia werde die langfristige Rolle seiner Werke im finnischen Salo, in Komarom in Ungarn und im mexikanischen Reynosa überprüfen.

"Schmerzvolle, aber notwendige Schritte"

Nokia müsse "schmerzvolle, aber notwendige Schritte unternehmen", um Personal und Betrieb anzupassen, erklärte Nokia-Chef Stephen Elop. Die Stellenstreichungen sind Teil des im Februar angekündigten Konzernumbaus. Im Rahmen dessen hatte das Unternehmen bereits entschieden, sich von seinem Smartphone-System Symbian zu verabschieden und stattdessen auf Windows Phone von Microsoft für seine Smartphones zu setzen. Hinzu kommen weltweit die Schließung von Standorten und die Umorganisation von Geschäfts- und Entwicklungseinheiten.

Mit seinem Konzernumbau will Nokia auf die starke Konkurrenz vor allem auf dem Smartphone-Markt reagieren. Die Finnen waren erst recht spät auf dem boomenden Markt aktiv geworden und die Nokia-Modelle taten sich bisher schwer, mit dem iPhone von Apple sowie den Geräten auf Basis des Google-Betriebssystems Android mitzuhalten. Der einstige unangefochtene Weltmarktführer für Mobiltelefone sah seinen Marktanteil, der im ersten Halbjahr 2008 noch bei mehr als 40 Prozent lag, auf 23 Prozent im zweiten Quartal 2011 fallen.

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