Neue Rechtschreibregeln noch immer umstritten
Zehn Jahre nach Inkrafttreten neuer Rechtschreibregeln am 1. August 2005 und der Einführung an Schulen in Deutschland werden die Reform und ihre Folgen noch immer kritisch gesehen. An österreichischen Schulen ging die umstrittene Reform auf Raten in den Schulalltag ein: Im Herbst 2006 begann eine zweijährige Übergangsfrist.
Bis 31. Juli 2008 wurde in Österreich die alte Schreibweise zwar angestrichen, aber nicht als Fehler gewertet. Seit nunmehr sieben Jahren werden Schularbeiten nach den neuen Rechtschreibregeln korrigiert.
Schifffahrt oder Schiff-Fahrt?
In Bayern und Nordrhein-Westfalen orientierten sich die Schulen ab 2006 an den neuen Regeln. Vollständig umgesetzt war die überarbeitete Rechtschreibung in Deutschland dann Anfang August 2007. Der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) hält die Reform sogar gänzlich für überflüssig, wie er der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte. Behutsame Änderungen der Schriftsprache seien zwar nötig. "Sprache ist nicht statisch, sondern ein lebendiger Prozess", sagte Zehetmair dem Blatt. "Aber ob man Friseur mit "ö" schreibt oder mit "eu" - wen sollte das aufregen?"
Inzwischen sind häufig mehrere Schreibweisen möglich - etwa "dein" und "Dein" oder "Schifffahrt" und "Schiff-Fahrt". In bestimmten Bereichen sei die Reform eine Erleichterung gewesen, sagte Scholze-Stubenrecht. "Ich persönlich hätte aber mit etwas weniger Aufwand und etwas weniger Änderungen gut leben können."
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