Neue Partnerschaft soll Wissenslücken um Hochwasser schließen

Forscher und Versicherer tun sich zusammen, um Hochwasserschäden vorzubeugen.
Luftaufnahme von Schloss Traun und der überfluteten Stadt Traun in Österreich.

Nach der Flut ist vor der Flut", dachten die Versicherer der Zürich Insurance Group und taten sich mit den Wissenschaftern des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) zusammen. Letztere sind Risiko-Analytiker und machten sich daran, das Hochwasser von 2013 zu analysieren.

" Hochwasser sind naturgemacht. Katastrophen aber sind menschgemacht", sagt Michael Szoenyi von der Zürich Versicherung und will "aus Schaden klug werden". Daher startet die Versicherungsgesellschaft gemeinsam mit ihrem wissenschaftlichen Partner ein "Flood Resilience Programm". Auf gut österreichisch: Man will das Bewusstsein für die Gefahren schärfen.

Zürich arbeitet dabei mit international agierenden Organisationen aus Wissenschaft, Entwicklungshilfe und dem humanitären Sektor – z. B. dem Roten Kreuz – zusammen. Szoenyi: "Viele Schäden könnten kosteneffizient verhindert werden." Größenordnung? "Wenn ich einen Euro in die Prävention investiere, können damit Schäden in Höhe von fünf Euro verhindert werden."

Natürlich sei der Dreh- und- Angelpunkt die Raumplanung, sagen die Forscher. In gefährdeten Gebieten dürfe einfach nicht länger gebaut werden. Reinhard Mechler von der IIASA: "Das Risikoverständnis in den betroffenen Gemeinden, z. B. in Niederösterreich, ist hoch." Doch auch jeder einzelne Haus-Besitzer könne aktiv werden und sein Eigenheim so adaptieren, dass die Schäden im Fall der Fälle nicht ausufern. Einfache Methoden: Fenster gegen Wasser abdichten, Garageneinfahrten schützen und im Garten Drainagen einbauen, statt ihn zuzubetonieren (Tipps: www.bmlfuw.gv.at/wasser/schutz_vor_naturgefahren/beratung_information/eigenvorsorge.html).

Gerhard Matschnig, CEO der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft, berichtet aus der Praxis – von Toiletten, die bei Hochwasser nur deshalb überflutet werden, weil der Druck steige und das Wasser durch den Kanal ins Hausinnere fließe. Dabei ließe sich das ganz leicht verhindern: "Es gibt eine Klappe, die sich bei Hochwasser automatisch schließt. Kostet 40 Euro." Der Versicherer sagt es gerade heraus: "Auf geschützte Häuser bekommt man bessere Prämien."

Kommentare